Adler (Aquila), die größten Raubvögel der Falkenfamilie, welche aber zu den unedeln Falken ge-Ind. und mit den Bussarden am nächsten verwandt ind. Ihr unterscheidender Charakter liegt in Fol-Angen der Schädel ist oben platt, befiedert; die ugen groß, unter vorstehenden Brauenknochen; der Schnabel stark, gerade, nur an der Spitze gekrümmt, ohne Zahn und Seitenausschnitt, mit nackter, von den Nasenlöchern durchbohrter Wachshaut; Kopf⸗ und Halsfedern schmal 598 prt an den Flügeln die erste Schwungfeder sehr kurz, die vierte die längste; die Läufe stark, die .— nackt, die beiden äußern an der Basis durch kurze Membran verbunden; die Krallen oder Fänge sehr stark, gekrümmt und die hinterste länger. Man unterscheidet unter den in Deutschland vorkommenden A. hauptsächlich drei Untergattungen. Die eigentlichen A., deren Füße bis zur Zehenwurzel befiedert (deshalb auch Hos enadler genannt) und deren äußere Zehen durch eine Bindehaut verbunden sind, wozu der Königsadler (A. imperialis) im südl. Europa, der Steinadler (A. fulva) in den Alpen und der kleinere Schreiadler (A. naevia) in den Waldgebirgen Deutschlands gehören. Sie kreisen hoch in der Luft, stoßen gern auf sitzende und laufende Tiere, fressen aber auch, wie alle übrigen A., sehr gern Aas. Die Jäger beizen ihnen vorzugsweise tote Füchse, deren Verwesungsgeruch sie ganz besonders anziehen soll. Im Süden Europas finden sich die Habichtsadler (Nisaétos) mit hohen Fü-Inde die afrik. Haubenadler (Spizaétos) und die füdamerik. Harpyien (Harpyia) sind durch Schöpfe oder Hollen auf dem Kopfe ausgezeichnet. Die Seeadler (Ualiaétos), mit nur halb befiederten Fußwurzeln, bindehautlosen Fonde und unten gerinnten Krallen, halten sich besonders gern an den Seeküsten, an großen Flüssen und Seen auf, stoßen im Sommer auf Fische und Wasservögel, jagen aber im Winter meii auf dem Lande. Hierhon gehört der besonders im Norden Europas vorommende weißschwänzige Seeadler (H. albicilla) und der weißköpfige A. (H. leucocephalus) Nordamerikas. Die kleinern Fischadler (Pandion), mit falkenartig zugespitzten, langen Flügeln und sehr stark gekrümmten, unten scharfen Krallen, verheeren besonders Flüsse und Teiche. Alle A. leben paarweise und bauen 7 kunstloses, aus Reisern geflochtenes Nest, in welchem höchstens zwei, meist nur ein Junges aufgezogen werden, auf unzugänglichen Felsen oder hohen Bäumen. In der Umgebung des Horstes liegen gewöhnlich Hauder von Knochen und Gewöllen, die Überbleibsel er Mahlzeiten der den dem Diese werden erst sehr G⸗ flügge, haben bei dem ersten Ausfluge fast die 30 der Alten, stets aber eine sehr verschiedene ärbung. Die Adlerweibchen sind immer viel gröer als die weder f8 der Flug sehr anhaltend, kräftig, aber weder so flink wie derjenige der Falken, noch 0 hoch als derjenige der Geier. Die breite und stumpfe äußere Rundung der Flügel läßt den kreisenden A. auch Du in bedeutender Entfernung von den Geiern und Bussarden unterscheiden. Sie töten ihre Beute durch Schnabelhiebe auf den Kopf und in die Augen, worauf sie den aue, auf-Federn und größere Knochen werden nach der Verdauung in einem Ballen, als sog. Gewölle, ausgebrochen. Die A. stinken, wenn auch nicht so aashaft wie die Geier. (S. Tafel: Raubvögel.) ö