Agass., bei naturwissenschaftlichen Bezeichnungen Abkürzung für Agassiz. 28. Mai 1807 in Motiers im Hn Kanton Freiburg, erhielt seine Gymnasialbildung in Biel und Lausanne und studierte in Zürich, Heidelberg und München Medizin. Im J. 1831 wurde er als Professor der Naturgeschichte nach Neuchätel berufen, wo er bis 1846 blieb, und siedelte dann nach Nordamerika über, wo er Professuren in Boston, Charleston und zuletzt in New-Cambridge bei Boston bekleidete. Dort wirkte er, hochgeschätzt und in freigebigster Weise bei seinen Untersuchungen, Reisen und Sammlungen für das großartige Museum of comparative Anatomy in New-Cambridge unterstützt, und starb 14. Dez. 1873. Seit 1835 war er Korrespondent, seit 1872 Associé étranger der Akademie der Wissenschaften in Paris. A. war in mehrern Gdunch der Naturwissenschaften thätig und hatte sich durch mannigfache Reisen in Europa, Nordamerika und Brasilien mit den Gegenständen seiner ——— en vertraut gemacht. 8— seinen letzten Thensahren war er erbitterter Feind des Darwinismus und hielt hartnäckig an den überlieferungen der Cuvierschen Schule fest, auch da, wo faktische Irrtümer nachgewiesen waren. Seine Hauptforschungen beziehen sich auf Fische, Seeigel und Gletscher. Hinsichtlich der erstern ist sein Hauptwerk: «Recherches sur les poissons fossilesp (5 Bde., Neuch. 1833 — 42, mit 311 lithogr. Taf. in Fol.), nebst einer Folge: Monographie des poissons fossiles du vieux grès rouge du système Dévonien des Iles Britanniqueso (Soloth. 1845, mit 41 Taf.). Ein Werk über die Süßwasserfische Mitteleuropas blieb bei einem Heft Tafeln, der von K. Vogt bearbeiteten Embryologie des Salmoneso (1840) und der ebenfalls von K. Vogt mit Beihülfe A. bearbeiteten Anatomie des Salmones o stecken. Mit E. Desor bearbeitete A. die Seeigel in verschiedenen ate G. Balen die Anatomie des Seeigels lieferte G. Valentin. Die nach mehrfältigem längern Aufenthalt auf dem Aargletscher gemachten Gletscheruntersuchungen wurden, hesonders unter Mitarbeit von E. Desor, in den Etudes sur les glacierso (Neuch. 1840, mit 32 Taf.) und Système glaciairep (Par. 1847) niedergelegt. A. war der eifrigste Verteidiger der von Charpentier zuerst nachgewiesenen rühern Ausdehnung der Gletscher. In Amerika beschäftigte er sich vorzugsweise mit Fortführung der Gletscheruntersuchungen, faunistischen Forschungen und populären Vorträgen und Werken. Die «Contributions to the natural history of the United Stateso» enthalten besonders wertvolle Beiträge von Clarke, seinem Sohne Alexander u. a. Eine 1865 unternommene Reise nach Brasilien brachte große Sammlungen, aber kaum nennenswerte wissenschaftliche Resultate, ebenso eine zum Zwecke einer Tiefseeuntersuchung 1870 unternommene Reise um das Kap Horn. — Sein Sohn, Alerander A., geb. 17. Dez. 1835 zu Neuchätel, ist dem Vater in der Direktion des Museums nachgesen und einer der bedeutendsten und gründlichten Forscher der Neuzeit. Er hat sich besonders mit Quallen, Entwickelungsgeschichte der niedern Tiere und aun an M. mit ausgedehnten Tiefseeuntersuchungen im Meere der Antillen und dem Mexicanischen Meerbusen beschäftigt, welche großartige Resultate geliefert haben. Er veröffentlichte: North American Acalephaer (Cambr. 1865), „Embryology of the star-fisho (Boston 1865), History of Pornaria and Balanoglossusv u. s. w.