FeedAgnes (von Ssterreich)
GeschichteBrockhaus 1882

Agnes (von Ssterreich), Tochter des deutschen Königs Albrecht I. und Elisabeths von Kärnten, geb. 18. Mai 1281, war dem röm. Patricier Federigo Colonna verlobt worden, wurde aber 1296 durch ihren Vater, der damals feindlicher gegen den König Adolf von Nassau aufzutreten anfing und wohl an Ungarn einen Rückhalt suchte, mit dem Könige Andreas III. von Ungarn vermählt, mit welchem der arpadische Mannsstamm 1301 erlosch. Durch den Tod ihres Gemahls und die Ermordung ihres Vaters (1. Mai 1308) in Trauer versetzt und erbittert, soll sie fortan nur auf Rache gesonnen aben. Da die Mörder Albrechts geflüchtet waren, o wurden saben hi Angehörige, Freunde und asallen derselben hingerichtet, ihre Schlösser zerstört und ihr Eigentum konfisziert, im ganzen an 1000 unschuldige Menschen angeblih von A. und ihrer Mutter dem Tode übergeben. Aus den Gütern der Opfer soll dann A. an der Mordstätte des Vaters das Nonnenkloster Königsfelden haben erbauen lassen, wo sie 1364 starb. Neuere orschunen haben indes ergeben, daß A. keineswegs die nstifterin dieser blutigen Rache gewesen ist. Zuerst erhob Kopp in den von ihm herausgegebenen „Urkunden zur Geschichte der eidgenössischen Bünde ⸗ 1005 d. 1835) gewichtige Bedenken dagegen und chob die Grausamkeit vorzugsweise ihrer Mutter zu; ichte wies H. von Liebenau in seiner Lebenseschichte der Königin A. von Ungarn» und (Hunert Urkunden dazu »(Regensb. 1868 — 69) nach, daß A. dabei vollständig unbeteiligt geblieben ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 222Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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