FeedAgrimönia L. (Odermennig)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Agrimönia L. (Odermennig), Pflanzengattung aus der Familie der Rosaceen, Abteilung der Sanguisorbeen: ausdauernde, meist behaarte Kräuter mit unterbrochen-gefiederten Blättern und dem Grunde des Blattstiels angewachsenen Nebenblättern. Die meist kleinen, in der Regel eine endständige Ahre oder Traube bildenden gelben Blüten besitzen keinen Nebenkelch, wie die verwandten Gattungen; dafür ist aber die Außenwand des Blütenbodens unter dem Kelche mit einem vielgliederigen Kranze hakenförmiger Borsten versehen, welche nach der Blütezeit bis zur Mitte des Blütenbodens hinabrücken und bei der unten genannten Art am Grunde weit abstehen, bei der viel seltenern A. odorata Mill. zurückgeschlagen sind. Krone und Kelch sind fünfblätterig; die Staubgefäße wechseln von fünf bis zu zahlreichen, während im Grunde des Blütenbodens zwei bis drei Pistille mit aus dem Schlunde der Blüte vorragenden Griffeln und kopfigen Narben eingeschlossen sind und auch die aus ihnen hervorgehenden Nüßchen in dem erhärtenden Blütenboden eingeschlossen bleiben. Von den etwa 20 in den gemähigten Klimaten der nördl. Erdhälfte und Südamerikas heimischen Arten findet sich in ganz Europa auf Hügeln und an Wegrändern: A. Eupa⸗- toria L. (gemeiner Odermennig, Ackermennig, Leberklette, Steinwurzel), deren schwach, aber angenehm aromatisch riechendes, bitterlich und zusammenziehend schmeckendes Kraut (Herba Agrimoniae) hieß offizinell war.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 232Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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