Agteélek, Aggtelek, Dorf im ungar. Komitat Gömör, unweit der von Ofen nach Kaschau führenden Straße, mit 600 meist reform. E., ist berühmt durch die Agteleker Höhle oder Baradla (lawisch, d. i. dampfender Ort), die größte Tropfsteinhöhle Europas. Diese geht an einer kahlen, 48 m hohen Felswand des Hügels Baradla im Nordwesten des Dorfs mit einer kaum 1m hohen und 1,5 m breiten Offnung zu Tage und besteht aus einer Reihe labyrinthisch ineinanderlaufender Höhlen, Klüfte und Gänge, von denen viele mühselig und bei hohem Stande der darin fließenden Gewässer (Acheron und Styrx) gar nicht zu besuchen sind. Man unterscheidet die Alte und die sich anschließende Neue Höhle, von denen erstere den Umwohnern seit Jahrhunderten als Zufluchtsort bekannt war, die letztere aber erst 1825 von Emmerich Vasz und in weiterer Ausdehnung 1856 durch den Naturforscher Adolf Schmidl entdeckt worden ist. Beide Höhlen zusammen haben eine Länge von 5,8 km; die Länge der untersuchten Seitengänge beträgt 2,15 Km. Die Glanzpunkte der Alten Höhle sind: das Fuchsloch mit der Festung (eine Seitenhöhle), die Domkirche, die Fledermaushöhle (eine zweite Seitenhöhle), der Stephansturm, der Kleine Tempel, das Paradies mit den großartigen Ruinen von Palmyra lebenfalls ein Seitenzweig, zu dem man durch das Fegfeuer gelangt), der Tanzsaal, der Blumengarten mit wunderbaren Steingebilden, die Palatingrotte, der Große Saal, hinter welchem die Höhle, nachdem sie auf 190 m weit das Bild furchtbarer Zerstörung durch die Hochwasser der Höhlenbäche gewährt, mit dem Eisernen Thor abschließt. Hier beginnt, sehr eng, die Neue Höhle, die zuerst ein 760 m weites und leeres Gewölbe darbietet, hinter welchem die sog. Heilige Dreifaltigkeit liegt. Von da entfaltet sich eine Fülle der schönsten stalaktitischen Bildungen. Auf den Olymp folgen die Eisenburg, das Feenschloß, dann, nach einem 190 m messenden öden Gewölbe, die ansehnliche Pagode. Durch den schauerlichen Trümmergang gelangt man zu dem Eingange der sich seitwärts abzweigenden, höchst interessanten Rettichhöhle. Weiter sieht man noch das reizende Tempe, die Säule der Minerva, das Schwarze Schloß, den Alabasterturm, die Säule der Medea, die Sternwarte (19 m hoch, 38 mim Durchmesser) und andere merkwürdige Gebilde, bis man endlich in der Hölle das Ende der Neuen Höhle erreicht. In allen diesen Höhlen, soweit sie mit Tropfsteingebilden erfüllt, sind Stalagmiten vorherrschend; die schönsten Stalaktiten umschließt die Rettichhöhle. Die Agteleker Höhle ist reich an überresten urweltlicher Tierknochen und an Spuren der ältesten menschlichen Ansiedelungen in dieser Gegend⸗