Aksu (d. h. Weißwasser), Stadt in Ost-Turkestan oder der Kleinen Bucharei, liegt (41° 7/ nördl. Br., 96° 47“ östl. L. von Ferro) nahe östlich vom Aksu, einem reißenden Bergstrom, der von dem Thianschan oder Himmelsgebirge gegen Südosten in den großen Sieppenjns Tarim geht, und an der großen Handelsstraße des Landes, 112 km östlich von Uschi oder Usch-Turfan, 408 EKm im Nordosten von Jarkand. Die Stadt, von einer Mauer mit vier Thoren umgeben, soll 6000 Häuser zählen, hat sechs Karawanserais und fünf Medressen. Sie ist der Centralpunkt des Handels im Westen Chinas, wo die Karawanen aus China, Rußland, Ost- und West-Turkestan, Kaschmir, Ladakh und Indien zusammentreffen, auch ein militärisch wichtiger Punkt, indem die Straßen aus dem innern China und dem Westlande sich hier vereinigen. Nach Rordose am Ili in der Dsungarei führt gegen Nordosten der 3388 m hohe Gletscherpaß Sauku über den Thianschan. Die Einwohner sind geschickte Baumwollweber und Bearbeiter edler Steinarten, Leder⸗ und Metallarbeiter. Sie fabrizieren Bäsi oder Daba die wir ihrr beln von erster Güte, die sog. Sicha, die, wie ihre beliebten Zäume und Sättel, nach allen Ortschaften Ost-Turkestans uterhalt x werden. Die wohlhabende Bevölkerung unterhält zahlreiche Herden von Rindvieh, Pferden, Kamelen und Schafen. A. wurde 1867 von Jakub Chan von Kaschgar genommen, 1877 aber wieder von den Chinesen erobert.