FeedAland
TierreichBrockhaus 1882

Aland werden an verschiedenen Orten verschiedene Arten Weißfische Mitteleuropas genannt. Zu der 4. d Idus, deren Schlundzähne in zwei Reihen, zu drei und fünf, stehen, gehört der gemeine A. (I. melanotus), auch — Gängling und Rottel genannt, der besonders im Norden über 35 em lang und mehrere Pfund schwer wird, kleinen Kopf, langen, gestreckten Körper und nicht sehr große Schuppen hat, und dessen Rücken tief schwarzblau ist, während der Kopf goldig, später elbweiß, der Bauch weiß, die untern Flossen rötich mit einem Stich ins Violette und die obern Flossen braunrot sind. Der Fisch laicht im April, ist scheu, schnell und gewandt, wird nur schwer mit Angeln, aber leicht mit Netzen sclechten Das Fleisch ist gelblich, grätig und von schlechtem Geschmack. In Süddeutschland, namentlich um Dinkelsbühl, ommt eine häufig als besondere Art beschriebene Varietät, die Orfe, Rotorfe, Goldrottel (Cyprinus orfus), vor, deren Rücken und Flossen schön orangegelb sind. Dieselbe wird zuweilen statt des Ginef. Goldfisches in Gläsern gehalten. Außerdem wird auch der Donau⸗ oder Frauen-Nerfling, Frauenfisch (Leuciscus Virgo), der nur im Donaugebiete vorkommt, grünen Rücken, herrlich blau oder apfelgrün schillernde, metallisch glänzende Schuppen an den Seiten und dem Bauche zeigt, A. genannt, da er schwarze Rückenflosse, schwarz gesäumte Schwanzflosse und orangegelbe Bauch- und Afterflossen besitzt. Zur Laichzeit (April und Mai) bilden 3 Manne Dornen und Warzen auf den Schuppen des Männchens dieser Art.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 315Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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