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ErdkundeBrockhaus 1882

Alaska, Aliaska, Alaschka oder Aljaschka, bei den Eingeborenen Alayeska, heißt eine in südwestl. Richtung langgestreckte Halbinsel im nordwestl. Amerika, die zwischen der Bristolbai (russ. Kütschak) im Norden und Cooks-Einfahrt oder Kenaibai mit dem Festlande zusammenhängt, und an deren äußerster Südwestspitze 7 die lange Inselkette der Aléuten 0 d.) anschließt. Die Dalbinsel hat einen Flächeninhalt von ungefähr 22000 akm und wird von einer schneebedeckten, vulkanischen Bergkette durchzogen, welche sich in der Nähe der Bristolbai in dem Vulkan Iljamin oder Iljämna, zu 3677 m aufgipfelt, neben dem noch ein erloschener Vulkan, Goryalaya, von 3453 m Höhe steht. Diese beiden Kegelberge sind von den entgegengesetzten Seiten der Halbinsel aus sichtbar und geben darum eine wichtige Landmarke ab. Die Halbinsel bildet eine merkwürdige Klimascheide, wie sie vielleicht sonst nirgends auf der Erde sich findet. In einer Länge von mehr als 500 km gleich einer ununterbrochenen Mauer sich ausdehnend, die sich in den hohen Gebirgen gegen Osten und in der langen Inselkette mit wenigen Unterbrechungen gegen Westen fortsetzt, scheidet sie die kalten Gewässer des Beringsmeers mit seinen eisigen Nordwinden, heftigen Stürmen und dicken Nebeln von dem wärmern Wasser und der mildern, heiterern Atmosphäre der Südsee, wie sie auch die d Wer Ufer letzterer von den waldlosen Gestaden des Beringsmeers scheidet. Eine ebenso auffallende Grenzscheide bildet A. für die Tierwelt. Während die eine Seite Walrosse, Bewohner des Polareises, aufweist, sieht die andere Kolibris, Repräsentanten der Tropenzone. Die Bewohner der östl. Hälfte der Halbinsel und der Insel Kadjak (an der Ostseite) gehören zu den den Eskimos nahe verwandten Tschugatschen; die des westl. Teils dagegen zu den Aléuten. Die Halbinsel gehört seit 1867 zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Danach wird dort das weite Gebiet, von welchem diese Halbinsel ausläuft, benannt. Das Territorium A. umfaßt die nordwestl. Halbinsel des nordamerik. Festlandes mit den vorliegenden Eilanden, erstreckt sich von 54 40 nördl. Br. bis zum Eismeere, vom 123.“ bis zum 150.“ westl. L. (von Ferro) und umfaßt 1495 380 qkm, wovon 72232 auf die Inseln (St. Lorenz, Nuniwak, Pribylowgruppe, die Aléuten, Tschitschagow, Admiralitätsinseln, Prinz von Wales, Revilla-Gigedo u. a. m.) kommen. Das Territorium, dessen Grenzlinie der 141. Grad westl. L. von Greenwich (123 21 westl. L. von Aumer bildet, wurde aus dem ehemaligen Russisch-Amerika gebildet, welches durch einen 30. März 1867 zu Washington abgeschlossenen und 28. Mai vom Senat ratifizierten Vertrag gegen eine Entschädigungssumme von 7200000 Doll. an die Vereinigten Staaten von Amerika überging. Die förmliche Übergabe erfolgte 11. Nov. 1867 zu Sitka. Durch Kongreßakte vom 27. Juli 1868 wurden die Gesetze der Vereinigten Staaten, welche die Zölle, Handel und 5.drn 96 betreffen, auch L A. ausgedehnt. Eine Ordre des Generals Halleck vom 13. Aug. 1868 unterstellte den Militärdistrikt A. dem Depart. Californien. Die 1869 eingesetzte Territorialregierung hatte nicht lange Bestand, weil bloß vereinzelte Weiße an der Küste wohnen, für welche der kostspielige Apparat sich als überflüssig erwiesen hat. Die Bundesregierung läßt seitdem alle ihre Geschäfte durch den Kapitän eines an der Küste stationierten Dampfers besorgen. Sitka auf der uud el Baranow und St.⸗Paul pof der Insel Kadjak ind die Haupthäfen. Handelsposten sind Fort Yukon und Michaelowski. Nach dem Dotene Census von 1880 betrug die Gesamtbevölkerung 30 178 E., nämlich 392 Weiße, 1683 Mischlinge, 1960 Aléuten, 17488 Eskimos und 8655 Indianer. Außer den Küsten Hent es noch an ausreichender Kenntnis des Lanes. Der größte Strom ist der über 3000 km lange Nukon, im untern Laufe Kwichpak genannt, welcher an der Mündung ein gewaltiges Delta gebildet hat. A. ist vorzugsweise das Land der Vulkane, von denen bereits 61 (und zwar 10 noch thätige) bekannt sind, darunter der St. Eliasberg, 63 mhoch; weiter im Südosten liegt der 4484 m Foss Mount-Fairweather. Die in A. gefundenen ossilien zeigen, daß dort früher die Heimat des Elefanten, des Büffels und des Pferdes war; jetzt sind Bären dort die größten Tiere. Das Land ist reich an Holz (Nadelwald) und Pelztieren (Seeottern, Füchse u. s. w.). Auch sind bedeutende Eisen⸗ und Kohlenlager, bei Sitka auch Goldlager entdeckt worden. Die Gewässer des Binnenlandes ebenso wie die angrenzenden Meere bergen einen unerschöpflichen Schat an Fischen, Waltieren und Seehunden. Fischerei und Pelzhandel bilden daher die Haupterwerbszweige des Landes. Der Eishandel mit Californien ist noch unbedeutend. Getreide und Gemüse reifen nicht. Die mittlere Jahrestemperatur in Sitka ist + 7 R. A. wird nur dann von Bedeutung für die Vereinigten Staaten werden, wenn sie mit der Zeit die engl. nordlrnd Wast Besitzungen gewinnen, die zwischen A. und Washington-Territory liegen. Mit den Verhältnissen A.s beschäftigt sich der KKlaska Heraldy, der in . 1869 halbmonatlich zu San-Francisco erscheint. Vgl. Whymper, Travels and adventures in the Territory of A. (Lond. 1868; deutsch von Steger, Braunschw. 1869); Dall, «A. and its resourceso (Boston 1870); derselbe, Tribes of the extreme Northwest o (Washington 1876); Jackson,

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 319Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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