FeedAleuron oder Klebermehl
NaturlehreBrockhaus 1882

Aleuron oder Klebermehl, 1855 von Hartig entdeckte krystallisierte Substanz, die sich in vielen Pflanzensamen findet und zu den Eiweißstoffen gehört. In reichlichster Menge kommt A. in den Nüssen von Bertholletia excelsa vor und kann daraus dargestellt werden, indem die in feine Scheibchen zerschnittenen Nüsse mit Ather geschüttelt werden, wobei die Krystalle herausfallen und Aschen melt werden. Sie sind in Wasser unlöslich, lösen sich aber in Kochsalzlösung, aus welcher sie auf Zusatz von Wasser in amorpher Form gefällt werden. Nach Sachs sind die Aleuronkrystalle Gemenge von Fett und Eiweiß. Nach Hoppe-Seyler sind die als Ddotterplättchen bezeichneten, im Dotter der Wirbeltiereier vorkommenden festen Absonderungen identisch mit Hartigs A. Aleüũten oder Katharinenarchipel heißt eine aus etwa 150 Inseln und vielen Klippen bestehende, in 51—56 nördl. Br. und zwischen 143 und 177 westl. L. (von Ferro) gelegene Inselreihe, welche als insulare Fortsetzung der nordamerik. Halbinsel Alaska (s. d.) in einem bis nahe an Kamtschatka herantretenden Bogen von etwa 2400 km Länge Asien und Amerika brückenartig verbindet und das Beringsmeer oder das Meer von Kamtschatka vom Stillen Ocean scheidet. Die Inselreihe zerfällt am natürlichsten in sechs Gruppen: 1) die oder Aup el (wo Bering 1741 starb) mit der Mednoi- oder Kupferinsel, abgetrennt von der eigentlichen Kette in der Nähe der Ostküste Kamtschatkas gelegen; sie werden noch zu Asien gerechnet und sind im Besize Rußlands; 2) die n Haaten und Len oder die Nahen Inseln mit Attu, 11. 6 und Semitschi; 3) die Kschiji⸗ oder Ratteninseln, etwa 15, bewohnt von den Kaghun, mit dem 346 m hohen Buldyr, der 1245 m hohen Kyska und Amtschitka; 4) die Andrejanowsky-Inseln, etwa 30, bewohnt von den Namigun, wozu Semisopotschny oder die Siebenkraterinsel, die 1626 m hohe Goreloi oder ane wula Kanaga mit einem 2166 m hohen Vulkane, Julak, die 1730mhohen Adagha, Tanaga, Atcha, die größte, mit dem 1520 m hohen Vulkane Korovin, Amlia u. s. w. gehören; 5) die fünf Tschetyresopotnie-Inseln, d. h. die Inseln der vier Berge; 6) die 31 oder Lisii-Inseln mit Unimak, auf welcher der 2703 m hohe Vulkan Schikhaldin, die größte in der Inselkette, etwa 3600 qlem; ferner Unalaschka mit dem 1668 m hohen Vulkan Makuschin, Umnak und ninn davon die 1796 aus dem Meere gestiegene Bogoßlowinsel. Die Inseln sind alle felsig und Anoliß“ von der See aus einen düstern und öden nblick. Sie tragen die Spuren gewaltsamer Zerrüttungen und zeigen noch jetzt urch ihre Lavamassen, durch periodisch oder immer rauchende Vulkane wie durch heiße Quellen vulkanische Thätigkeit. Die ganze Kette bildet das Verbindungsglied zwischen der großen Vulkanenreihe der Westküste Nordamerikas und Kamtschatkas. Die Küsten der Inseln sind wegen vieler vorliegender Klippen für Schiffe basm zugänglich. Bei einem winterlichen Klima, das nur auf kurze Zeit durch ein abrochen Frühjahr und einen heißen Sommer unterbrochen wird, vermag die karge Erddecke der Eilande nur niedriges Gestrüpp, zahlreiche da hab. Moose und Flechten zu erzeugen. Hier und da haben Europäer Gemüsegärten mit leidlichem Erfolg angelegt; auch der Anbau von Kartoffeln gab Reichtn Resultate. Die Inseln besitzen einen großen Reichtum an Quellen und überfluß an Fischen, Füchsen, Hunden, Renntieren, Robben und Seeottern. Die dunkelbraunen Bewohner, die sich ehemals auf 10000 Seelen beliefen und zum Teil von russ. Priestern zum Christentum bekehrt wurden, sind kamtschadal. Ursprungs, nennen sich Unangun und zählten 1871 noch 1913 Seelen auf 14581 qkm. Ihre Beschäftigung ist Jagd und Fischfang; ihre Gesittung steht auf sehr niedriger Stufe. Die AÄ. sind seit der zweiten mahl Berings (1741) bis Mitte des 18. Jahrh. allmählich von den Russen entdeckt und in Besitz genommen worden; 1785 wurden die ersten befestigten Niederlassungen der Russen als Privatunternehmungen gegründet, welche 1799 die Russisch-Amerikanische Handelskompagnie übernahm. Durch den Vertrag vom 30. März 1867 gingen zugleich mit Alaska die A. außer der Bering⸗ und Kupferinsel an die Vereinigten Staaten über.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 374Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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