FeedAlunit
NaturlehreBrockhaus 1882

Alunit, ein dem rhomboädrischen System angehöriges, in ganz kleinen, drusenartig verbundenen Krystallen oder feinkörnigen Aggregaten ausgebildetes Mineral, welches prozentarisch aus 38,5 Schwefelsäure, 37,2 Thonerde, 11,8 Kali und 13 Wasser besteht und somit die wesentlichen Bestandteile des Alauns in sich enthält. Es ist farblos oder weiß, lichtgelblich oder lichtrötlich, durchscheinend mit der Härte 3,5 — 4 und dem spez. Gewicht 2,7. Es findet sich deutlich erkennbar auf den Innenwänden der Poren und Zellen in grauen zersetzten trachytischen Tuffen, welche gewöhnlich nebenbei durch und durch mit Alunitsubstanz im feinst verteilten Zustande imprägniert sind, und ist durch Einwirkung von Schwefelwasserstoff-Exhalationen auf diese Gesteine entstanden. So in Wauchin bei Piombino und bei Tolfa unweit Civita-Vecchia, in Ungarn im Beregher und Zempliner Komitat, auf der griech. Insel Milo, am Mont-Dor in 2 müch Bei Tolfa wird der Trachyttuff von 2 ma mä tigen, sich verzweigenden Adern des A. durchzogen. Man röstet den Stein stark und siedet alsdann mit Wasser den Gehalt von Alaun aus, zu dessen Darstellung er ein treffliches Material abgibt. Alunno (Niccold), der traditionelle, aber auf falscher Deutung einer Inschrift (Nicolaus alumnus Fulginiae) beruhende Name des Niccold di Liberatore, eines Malers der Umbrischen Schule, dessen Werke zuerst den dieser Schule charakteristischen Typus zeigen. Er wurde in Foligno um 1430 geboren und starb 1502. Sein ältestes Werk sind Fresken in Sta.⸗Maria infra portus, von 1452; eine Madonna mit Engeln und Heiligen, von 1458, findet sich über dem Hauptaltar der Franziskanerkirche zu Diruta. An den Malereien von Assisi und an Benozzo Gozzoli bildete sich sein Stil in folgenreicher Weise heran, welchem Einflusse sich später noch der der Venetianisch-Mantegnesken mur zugesellte. Von 1466 ist seine Verkündigung in Sta.⸗Maria-nuova zu Perugia, eine Temperamalerei auf Leinwand für eine Brüderschaftsfahne, wie die Aufschrift bezeugt, ein eigentümliches schönes Bild, zugleich voll strengen Ernstes und liebenswürdiger Anmut. Eine andere Ordensfahne malte er zwei Jahre später für San-Gregorio in Assisi, sodann 1492 die Tafeln des Seitenaltars der Augustinerkirche San-Niccold zu Foligno. Auch ist eine Madonna zwischen zwei Engeln zu erwähnen, welche sich in der Pfarrkirche des Fleckens Bastia bei Perugia befindet und die Jahreszahl 1499 trägt. Von dem Hauptaltar des Doms von Assisi sind nur noch Bruchstücke vorhanden. Obgleich A. nicht reich an Erfindung ist, so macht ihn doch die gläubige Innigkeit seiner Auffassung zum würdigen Vorläufer des Perugino und des jungen Rafael.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 509Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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