FeedAlbrecht der Stolze
GeschichteBrockhaus 1882

Albrecht der Stolze, Markgraf von Meißen 1190—95, geb. 1158 als ältester Sohn des Markgrafen Otto des Reichen, aus dem Hause Wettin. Da sein Vater nach dem Willen seiner Gemahlin Hedwig, gegen die deutsche Lehnsverfassung, dem zweiten Sohne Dietrich als Haupterben die Markgrafschaft Meißen bestimmte, lehnte sich A. im offenen Kampfe gegen denselben auf. Der Streit wurde erst durch den Tod des Vaters (18. Febr. 1190) gehoben. Nach seinem Regierungsantritte suchte er seinen Bruder Dietrich, der Weißenfels besaß, auf alle Weise zu bedrücken, wurde aber von diesem bei Reveningen, unweit Allstädt, geschlagen. Die Erneuerung der Fehde gegen Dietrich zog ihm die Feindschaft Kaiser Heinrichs VI. zu; —— ehe es noch zum Krieg kam, wurde dem er Moncher zu Nernerss entweder auf Anstiften der Mönche von Altenzelle oder, was wahrscheinlicher ist, des nach den reichen Silberadern Freibergs lüsternen Kaisers selbst, 18 einen Vertrauten, Hugold, Gift bei-Meizen Sofort ließ er sich in einer Sänfte nach heißen bringen, doch starb er schon unterwegs in Krummenheinrichsdorf 25. Juni 1195. Vier Wochen nachher starb auch seine Witwe Sophia an Gift. Ihm folgte in der Regierung sein Bruder Dietrich der Bedrängte. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 348Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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