FeedAlcäus (grch. Alkaios)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Alcäus (grch. Alkaios), einer der größten lyrischen Dichter Griechenlands, aus Mitylene auf Lesbos, war ein Zeitgenosse der Sappho und blühte um 600 v. Chr. Einem vornehmen Geschlechte anehörig, wurde er tief in die innern und äußern Kämpfe seiner Heimat verwickelt. Er selbst verteidigte die oligarchischen (adeligen) Interessen 70 den Bürgerstand, mußte aber mit seinem nhange aus dem Vaterlande weichen, als Pittakos zur Herrschaft gelangt war. Als er an der Spitze der Ausgewanderten die Rückkehr in das Vaterland erzwingen wollte, fiel er dem Pittakos in die Hände, der ihm jedoch verzieh. Seine Oden, die in politische, Trink⸗ und Liebeslieder geteilt werden, singen in äol. Mundart die Begeisterung zur Schlacht, den Preis der Tapferkeit, den Haß gegen Tyrannei, die Herrlichkeit der Freiheit und das Elend der Verbannung. Andere feiern die Süöpee der Liebe und des Weins. A. ist nicht der chöpfer, sondern der Vollender der olischen Melik. Er hat im Geiste der archilochischen Rhythmen weiter gearbeitet und aus dem überkommenen Schatze derselben vor allem die logaödischen sich erwählt, welche den Körper derjenigen Versart bilden, die nach ihm die Alcäische Strophe genannt wird, und die Horaz, sein glücklichster Nachahmer, in die röm. Sn und Poesie übertrug. Das Schema dieser Strophe ist: z. B. Odi profanum vulgus et arceo, Unter den Deutschen hat sie zuerst Klopstock in den Oden, . B. (An Fannyy, Der Erlösero, nachgebildet. Von den 10 Büchern der Oden des A. sind nur Bruchstücke erhalten, welche Matthiä (Lpz. 1827) und Bergk (Poetae lyrici Graecip, 4. Aufl., Lpz. 1878 fg.) gesammelt haben. Vgl. Kock, «Alkäos und Sapphov (Berl. 1862).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 357Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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