Aldobrandini, edle florentin. Familie, zur Unterscheidung von andern dieses Namens di Madonna geheißen, wurde durch Papst Clemens VIII., der ihr angehörte, in den Fürstenstand erhoben. — Salvestro A., einer der bedeutendsten Rechtsgelehrten seiner Zeit, geb. 24. Nov. 1499 zu Florenz, las zu Pisa über röm. Recht. Als ein Hauptteilnehmer an der Opposition gegen die Medici 1527 —30 verbannt, ging er zunächst nach Rom, dann 1. wurde 1536 Podestä in Fano, 1537 zu Bologna Richter, Vizelegat und Vizeregent. Als er seine Hoffnung, nach Florenz zurückzukehren, vereitelt sah, 7115 er 1538 nach Ferrara, von wo ihn Samm Paul III. als Fiskaladvokat der apostolischen ammer nach Rom berief. Hier starb er 6. Juni 1558. Seine jurist. Werke wurden zum Teil mehrfach aufgelegt. Von seinen fünf Söhnen wurde der älteste, Giovanni A., gest. 1573, Richter beim Tribunal der Rota, Bischof von Imola und 1570 Kardinal; auch er ist als jurist. Schriftsteller bekannt, sowie sein Bruder Pietro A., der dem Vater in der Würde eines Advokaten der apostolischen Kammer folgte. Dessen Sohn, Pietro A., geb. zu Rom 1571, erhielt 106 in seinem 22. Jahre, unter dem Pontifikat seines Oheims, den Kardinalshut, vermittelte als Legat in Frankreich 1601 den Lyoner Frieden zwischen Frankreich und Savoyen und leitete während der Regierung seines Oheims fast allein die Angelegenheiten des Kirchenstaats. Unter Paul V. übernahm er 1604 das Erzbistum Ravenna und starb in Rom 10. Febr. 1621. Er war ein großer Freund und Beförderer der Wissenschaften und verfaßte selbst die Apophthegmata de perfecto principes (Par. 1600; Frankf. 1603). Am höchsten stieg Ippolito A., der jüngste — Salvestros, geb. zu Fano 1536, gest. 1605, welcher 1592 als Clemens VIII. (s. d.) den päpstl. Stuhl bestieg. Der vierte Sohn Salvestros, Tom ma so A., der jung 13. Juli 1572 als Sekretär des Papstes Paul V. starb, hat sich durch seine mit Anmerkungen versehene lat. übersetzung des Diogenes Laertius, die sein Neffe Pietro A. mit dem griech. Originaltexte (Rom 1594) herausgab, ein Verdienst erworben. Ein Neffe desselben, Giovanni Francesco A., geb. 1546, von seinem Oheim Clemens VIII. in den Lan der Eeue erburg 5 war päpstl. General, Kastellan der Engelsurg und Kapitän der päpstl. Garde. Er wurde zweimal nach Ungarn geschickt, um dem Kaiser gegen die Türken beizustehen (1594 und 1601), und starb auf dem GSalve Zuge zu Warasdin. Sein ältester Sohn, Salvestro A., erhielt schon in seinem 14. Jahre die Kardinalswürde. Der röm. Zweig der Familie erlosch 1681 mit Ottavia, Tochter des Giovanni Georgio A., Fürsten von Rossano. Die Güter des Hauses kamen an die Borghese und Pamfili, und die Sekundogenitur der erstern führt seit 1769 den Titel Fürst A. Die florentin. Linie erlosch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrh.