Aleardi (Aleardo, eigentlich Gaetano), ital. Dichter und Patriot, geb. 4. Nov. 1812 zu Verona, widmete sich zu Padua dem Studium der Jurisprudenz, wandte sich aber, da er wegen polit. Verdachts keine Anstellung finden konnte, poetischen und litterarischen Arbeiten zu. Nach der Erhebung Venedigs 1848 gehörte er zu denen, welchen Manin die Ausarbeitung eines Wahlgesetzes übertrug. Später wurde er mit Tommaseo als Vertreter der rovisorischen Regierung Venedigs nach Paris geschict, wandte sich sodann nach Florenz, später nach Verona, wo er infolge der Untersuchung von Mantua verhaftet und nach Mantua gebracht wurde. Im J. 1859 abermals verhaftet, ward er nach Josephstadt in Böhmen geführt. Nach dem Friedensclusse kehrte er nach Italien zurück, ließ sich in rescia nieder, ward ins Parlament gewählt, 1864 zum Professor der Ästhetik an der Akademie der schönen Künste ernannt, später in den Oberunterrichtsrat und in den Senat berufen. Er starb in Verona 17. 114 1878. A.s Schriften, in welchen er die staatliche, soziale und polit. Freiheit Italiens erstrebt, zogen ihm vielfache Verfolgungen seitens der österr. Polizei zu. Sammlungen seiner Gedichte sind: Poesie completes (Lausanne 1863); Poesie varien (Verona 1858 und Salerno 1860); «Canti di Aleardo A.» (Flor. 1862; 5. Aufl. 1878); eine Auswahl derselben in deutscher Übersetzung (von Kitt): Aus den Dichtungen A.s» (Basel 1872). Vgl. Daneo, «Aleardo A.y (Genua 1879).