FeedAletschgletscher
ErdkundeBrockhaus 1882

Aletschgletscher, der größte Gletscher der Schweiz, liegt auf der rechten Thalseite des schweiz. Cantons Wallis, nördlich von Brieg (s. d.), und ist ein Ausläufer der ungeheuern Gletschermasse, die sich von der Jungfrau, dem Aletschhorn und den Viescherhörnern südlich, östlich und westlich ausdehnt. Der A. bildet mit den Viescher⸗, Lauter⸗ Finster⸗ und Oberaargletschern sowie mit dem Lötschengletscher ein zusammenhängendes Eismeer. Mit seinem obern Teile, dem Aletschfirn, vereinigen sich das Ewig-Schneefeld und der Jungfraufirn. Das flache Schneefeld, in welchem sich diese mächtigen Firnstraßen wie auf einem Platze vereinigen, wird jetzt oft der Concordiaplatz genannt, und den Namen Concordiahütte trägt auch die südöstlich davon am Faulberg gelegene Schirmhütte. Nach SO. setzt sich der Aletschfirn bei 2879 m fort in den Großen A., der von NW. her den mittlern und den untern A. aufnimmt und dessen unterste Zunge bei etwa 1600 m liegt. Die Länge des Großen A. beträgt etwa 16, mit Einschluß des Großen Aletschfirns 24 km, die Breite 2 Km. Im O. und N. ist der A. durch die Viescherhörner von den Vieschergletschern geschieden; im W. überragt ihn das Aletschhorn, das zu 4198 m aufsteigt; dem Gletscher entströmt die wilde, nach kurzem Laufe in die Rhöne sich ergießende Massa. Den schönsten Blick auf den A. gewährt das an seinem linken Ufer sich erhebende Eggischhorn (2941m), an dessen Nordfuße, 2350 müber dem Meere, der vom Gletscher 4 berieie tiefblaue, mit schwimmenden Eisblöcken übersäete Märjelensee liegt. Am 18. uli 1878 lief derselbe plötzlich aus, hat sich jedoch seitdem wieder gefüllt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 374Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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