Aleurométer, ein von Boland in Paris erfundener Apparat, um das Mehl, insbesondere das Weizenmehl, auf seine Tauglichkeit zum Brotbacken zu prüfen, dessen Prinzip darauf beruht, daß die Qualität einer Mehlsorte durch den Grad der Dehnbarkeit des in derselben enthaltenen Klebers bestimmt wird. Das A. ist ein unten geschlossener Cylinder, eich durch den Deckel hindurchgehender Kolben sich leicht verschieben läßt. In den untern Teil dieses Cylinders wird eine bestimmte Gewichtsmenge des durch Auswaschen der Stärke aus dem Mehl isolierten, noch feuchten Klebers eingeführt, worauf man den Cylinder in ein auf 150 C. die zum Brotbacken erforderliche Temperatur) eritztes Olbad bringt. Das im Kleber enthaltene asser verwandelt sich hier in Dampf und dehnt die Masse um so mehr aus, je zäher dieselbe ist. Auf diese Weise wird der an seinem obern Ende mit Teilstrichen von 25—50 versehene Kolben so weit gehoben, daß man die Größe der Ausdehnung an der oberhalb des Deckels erscheinenden Skala ablesen kann. Zeigt das A. nicht mindestens 255, so ist das Mehl zum Brotbacken nicht zu verwenden; dagegen ist dasselbe um so besser, je näher die Ausdehnung der obern Grenze liegt. Neuerlich ist die Einrichtung für das Olbad (ein Kupfergefäß mit Röhre zur Aufnahme eines Thermometers sowie des A.) von Dr. Sellnick in Leipzig dadurch verbessert worden, daß gleichzeitig mehrere Versuchscylinder eingesetzt werden können.