FeedAlexander
ReligionBrockhaus 1882

Alexander ist der Name von acht Päpsten. — A. I., 109 —119, der sechste Papst, ein Römer, soll das Weihwasser eingeführt haben und als Märtyrer gestorben sein. — A. II., 1061—73, Anselmo di Badagio aus Mailand, der erste ohne Einmischung des deutschen Kaisers durch das Kardinalskollegium gewählte Papst, erhielt an dem zu Basel erwählten und von Heinrich IV. unterstützten Honorius II. (vorher Cadalous, Bischof von Parma) einen Gegenpapst. Als letzterer aber auf der vom Erzbischof Anno von Köln 1062 berufenen Kirchenversammlung als unrechtmäßig verworfen worden, ward A. allgemein anerkannt. Die Beschlüsse über Kirchenwesen, Investitur und Cölibat sowie alle Schritte zur Demütigung Heinrichs IV., welche im Namen dieses Papstes geschahen, gingen jedoch vom Kardinal Hildebrand (dem nachherigen Gregor VII.), seinem Kanzler und unmittelbaren Nachfolger, aus, welcher schon damals die Seele der päpstl. Regierung war. — A. III., Orlando Bandinelli aus Siena, 1159 — 81, ein geistesgewandter und charakterfester Mann, aus zwiespältiger Wahl hervorgegangen, nach langen Kämpfen siegreich wider drei Gegenpäpste, Viktor IV., Paschalis III. und Calixtus, und deren Beschützer, Friedrich I., mit dem er sich endlich nach der Schlacht bei Legnano in dem zu Venedig 1177 abgeschlossenen, den Lombardenbund umfassenden Frieden verständigte. Auch in England wußte er den Einfluß der päpstl. Kurie aufrecht zu erhalten und zu befestigen. Vgl. Reuter, „Geschichte A.s III. und der Kirche seiner Zeit (3 Bde., Lpz. 1860 — 64); Thaner, Die Summa magistri Rolandi, nachmals Papstes A. III. » (Innsbr. 1874). — A. IV., Rainaldo de' Conti, 1254 — 61, vermochte die von seinen Vorgängern, namentlich von Innocenz IV. (s. d.), den Hohenstaufen gegenüber eingenommene Stellung nicht zu behaupten und war dem unter Hintemm König Manfreds wiedererstarkten Ghibellinismus nicht gewachsen, sodaß er, aus Rom vertrieben, 1261 in Viterbo 10071 0 A. V., Pietro 86.140 von Candia, Erzbischof von Mailand, wurde 1409 von den im Konzil zu Pisa vereinigten Kardinälen der beiden kirchlichen Parteien, jener des römischen Gregor XII. und derjenigen Benedicts XIII., in der Hoffnung der Beendigung des großen Schisma gewählt, mehrte aber, als dritter Papst, seiner redlichen Absichten ungeachtet, nur die Verwirrung und war ganz in der Hand des ehrgeizigen Kardinals Cossa, der schon 1410 als Johann XXIII. sein Nachfolger wurde. Unter A.s Regierung wurde die Lehre Wicliffes verdammt und Huß vor den päpstl. ½ geladen. — A. VI. (s. d.), 1492—1503. — A. VII., 1655—67, Fabio Chigi von Siena, lange Zeit Nuntius in Deutschland während der letzten Epoche des Dreißigjährigen Kriegs und der Westfälischen riedensverhandlungen, wurde namentlich durch rankreichs Einfluß gewählt. Er hatte zwar die reude, die zum Katholizismus übergetretene Königin Aher pot von Schweden zu konfirmieren, mußte aber von Ludwig XIV. und Mazarin viele Demütigungen erfahren und den Vergleich von Pisa (1664) annehmen. In seinen spätern Jahren entsprach er nicht den Hoffnungen, welche seine anfängliche antinepotistische Ril Wii geweckt hatte. Sein Lieblingsplan, alle christl. Völker des Abendlandes gegen die Türken zu vereinigen, konnte von keinem Erfolge begleitet sein. Vgl. Sforza Pallavicino, Vita di Alessandro VII.o (Mail. 1843).— A. VIII., 1689 —91, Pietro Ottoboni aus Venedig, schlichtete mit Ludwig XIV. den Streit über die Quartierfreiheit der Gesandten. Den von seinem Vorgänger Innocenz XIII. geführten Streit über die vier Propositionen der Gallikanischen Kirche führte er durch deren Verdammung zu Ende. Auch die Lehrsätze der Jansenisten traf die Verurteilung. Der gute Ruf seiner kurzen Regierung wurde durch Nepotismus sehr beeinträchtigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 375Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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