Adalbert I., Erzbischof von Mainz, aus dem räfl. Hause von Saarbrücken, zuerst Kanzler Kaier Heinrichs V. und dessen Berater Paschalt des Römerzugs, auf welchem 1111 Papst Paschalis II. Lethnt genommen und zum Verzicht auf das InvZvestiturrecht gezwungen wurde. Nachdem aber A. vom Kaiser mit dem Erzbistum Mainz und dem Erzkanzleramte für Deutschland und Italien belohnt worden war, trat er auf die päpstl. Seite über, wurde zwar 1112—15 gefangen gehalten, aber bekämpfte auch nachher wieder mit weltlichen und kirchlichen Waffen aufs leidenschaftlichste seinen Herrn, indem er sich gegen denselben des Beistandes der mainzer Bür 6te d. 1118 durch ein berühmtes Privileg persicherte, as in die ehernen Thüren des Doms eingegraben und 1135 erneuert wurde. Das wormser Konkordat machte mit seinen Bestimmungen über Wahl und Einsetzung der Bischöfe jenem Kampfe vorläufig ein Ende; doch versuchte A. bei der neuen Königswahl 1125, indem er Lothar von Sachsen unterstützte, von diesem eine Verzichtleistung auf die im Konkordate dem Reiche eingeräumten Vorteile zu erlangen. Hat Lothar, wie es scheint, um gewählt zu werden, Derartiges ihm in Aussicht gettellt, so vermochte doch A. nach der Wahl die Ausführung nicht durchzusetzen, obwohl Lothar selbst sehr kirchlich, der Freund Bernhards von Clairvaux und Norberts und stets bereit war, das Papsttum in seinen damaligen Verlegenheiten zu unterstützen. Aus diesem Grunde konnte dem Kaiser die ablehnende, ja feindliche Haltung A.s nicht viel schaden und das Streben des letztern, einen neuen, seinen Tendenzen günstigen Bürgerkrieg hervorzurufen, keinen Erfolg haben. Er behielt seine Würden, aber sein Einfluß war zuletzt sehr gering. Er starb 23. Juni 1137. gl Kolbe, Erzbischof Adalbert I. von Mainz und Heinrich V.» (Heidelb. 1872); Bernheim, Zur Geschichte des wormser Konkordatso (Gött. 1878). Sohn des Prinzen Wilhelm, des jüngsten Bruders Iunavo Wilhelms III., und der Prinzessin Maria nna von Hessen-Homburg, geb. zu Berlin 29. Okt. 1811, widmete sich der militärischen Laufbahn bei verschiedenen Waffengattungen, insbesondere 1832 —54 bei der Artillerie, und ward 1840 zum Generalmajsor ernannt. Der Prinz besuchte 1826 Holland, 1832 England und Schottland, 1834 Petersburg und Moskau, 1837 das südl. Rußland, die Türkei, Griechenland und die Jonischen Inseln, und trat 1842 eine große Reise in das Innere von Brasilien an, deren Ergebnisse er in: Aus meinem Reisetagebuche 1842 — 435 (als Manusktript gedruckt, Berl. 1847; im Buchhandel ist nur eine engl. Übersetzung erschienen) veröffentlichte. Im Juni 1843 zum ersten Generalinspecteur der preuß. Artillerie, 1846 zum Generallieutenant ernannt, wurde der Prinz infolge seiner Denkschrift über die Bildung einer deutschen Flottes (Potsd. 1848) vom Deutschen Reichsministerium zum Vorsitzenden der Reichsmarine-Kommission ernannt, in welcher Stellung er wesentlich mit zur Begründung der deutschen Flotte beitrug. Der Prinz erhielt 1849 den Oberbefehl über sämtliche ausgerüstete preuß. Kriegsfahrzeuge und wurde 30. März 1854 zum Admiral der preuß. Küsten ernannt. Er war die Seele der kurz zuvor errichteten preuß. Admiralität. Als Admiral erwarb er sich einerseits durch die Gründung eines preuß. Kriegshafens im Jadebusen, andererseits um die fachliche Ausbildung des Personals bleibendes Verdienst. Im Aug. 1856 unternahm der Prinz au der Dampfkorvette Danzig eine Ubungsfahrt im Mittelmeere und besichtigte hierbei die ache des Rif, wo 1852 ein preuß. Handelsfahrzeug beraubt worden war. Von den Rifpiraten bei Cap Tres Forcas mit Schüssen empfangen, landete er mit 65 Mann, erstürmte eine Anhöhe, mußte sich aber, schwer verwundet, vor der Übermacht und bei der Schwierigkeit des Terrains mit Verlust einiger Mannschaft auf sein Schiff zurückziehen. Von 1861 — 71 war A. Oberbefehlshaber der preuß. Marine und machte wiederholt Seereisen auf preuß. Kriegsschiffen. Während des dän. Kriegs von 1864 hatte er den Befehl über das Ostseegeschwader; am Deutschen Kriege von 1866 nahm er im Hauptquartier der Zweiten preuß. Armee an den Gefechten bei Nachod, Skalitz und 440 Nach der. und an der Schlacht bei Königgrätz teil. Nach der Errichtung des Norddeutschen Dundes wurde A. Oberbefehlshaber der Bundesmarine, für deren rasche Entwickelung er sehr thätig war. Als im Sommer 1870 der Krieg mit Frankreich ausbrach, wurde die norddeutsche Flotte, welche gegen die feindliche Übermacht die offene See nicht halten konnte, noch zu rechter Zeit auf der Reede von Wilhelmshaven geborgen, und der Prinz begab sich, nachdem die — zur See verschwunden war, nach Frankreich in das königl. Hauptquartier, um hier dem Kriege beizuwohnen. Nach dem Friedensschlusse ging die Stelle des Oberbefehlshabers der Marine ein, doch wirkte A. als Generalinspecteur unermüdlich weiter für die Entwickelung der deutschen Flotte. Im Frühjahr 1873 ging er Wiederherstellung seiner angegriffenen Gesundeit nach Karlsbad, wo er 6. Juni 1873 starb. — rinz A. war morganatisch mit Therese Elßler (der Schwester von auI Elßler) vermählt, die von Friedrich Wilhelm IV. als Frau von Barnim in den Adelstand erhoben wurde und 19. Nov. 1878 in Meran starb. Der einzige von Bar dieser Ehe war der Freiherr Adalbert von Barnim, geb. 22. April 1841. Derselbe hatte sich dem Militär-D03 gewidmet, mußte aber wegen eines Brustleiens den Dienst verlassen und unternahm 1859 zur Herstellung seiner Gesundheit in Begleitung des Dr. Hartmann eine Reise nach Agypten und Nubien, auf welcher er 12. Juli 1860 zu Roseres am Dieser Rehe starb. Die wissenschaftlichen Ergebnisse dieser Reise wurden von Hartmann unter dem Titel Reise des Freiherrn A. von Barnim durch Nordostafrikar (Berl. 1863) veröffentlicht.