FeedAlexander von Hales
ReligionBrockhaus 1882

Alexander von Hales, einer der namhaftesten Se des 13. Jahrh., erzogen im Kloster Hales in der engl. Grafschaft Gloucester, ging nach Paris, wo er 1222 Franziskaner ward und als gefeierter Lehrer bis zu seinem Tode, 27. Aug. 1245, wirkte. A. begründet durch den engen Anschluß an Aristoteles, dessen Schriften er zuerst sämtlich benutzt, die zweite Periode der Scholastik, wobei er der realistischen Richtung derselben huldigt. An Eifer, den kirchlichen Lehrbegriff philosophisch festzustellen, übertraf er noch Thomas von Aquino. Freilich geriet er auch zuweilen in Kleinigkeitskrämerei. So erörtert und bejaht er z. B. die O Let ob eine Maus, die eine Hostie benage, den Leib Christi verzehre. Sein von seinen Schülern vollendetes und zu den bedeutendsten litterarischen Laubimen: des spätern Mittelalters gehörendes Hauptwerk: (Summa universae theologiaen (1. Ausg., 4 Bde., Vened. 1475), schließt sich in der Form völlig an die Sentenzen des Lombardus an, jedoch mit Hinzufügung einer Fülle neuen Stoffs. Wegen seines Scharfsinns ward A. von seinen Zeitgenossen Boctor irrefragabilis, d. i. der Unwiderlegbare, genannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 385Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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