FeedAlexander (Ludw. Georg Friedr. Emil)
GeschichteBrockhaus 1882

Alexander (Ludw. Georg Friedr. Emil), Prinz von Hessen und bei Rhein, österr. General der Kavallerie, geb. 15. Juli 1823 als der dritte Sohn des Großheras Ludwig II. von Hessen-Darmstadt, begann seine Laufbahn 1833 im hess. Militärdienst, trat aber 1840 als Rittmeister der Chevaliergarde in die russ. Armee und avancierte 1843 zum Generalmajor; 1845 befehligte er unter Fürst Woronzow die Kavallerie gegen die Bergvölker des Kaukasus und zeichnete sich namentlich 14. Juni bei der Erstürmung von Andy und 6. Juli beim Sturm auf Dargo aus. Doch verließ er 1851 den russ. Militärdienst und vermählte sich 28. Okt. desselben 7* in morganatischer Ehe mit der Gräfin Julie von Hauke (geb. 12. Nov. 1825), der Tochter des frühern russ. Generals der Artillerie und poln. Kriegsministers Moritz von Hauke, welche bei dieser Gelegenheit nebst ihrer Descendenz Titel und Wappen einer Gräfin von Battenberg erhielt und 1858 mit ihren Nachkommen in den Fürstenstand erhoben ward. Im J. 1852 trat Ä. in österr. Militärdienste, als Generalmajor und Brigadier im 5. Armeekorps zu Mailand. Der Italienische Krieg von 1859 bot ihm aufs neue Gelegenheit zur Auszeichnung. Nach dem ersten blutigen Gefecht bei Montebello (20. Mai) deckte er mit großer Ausdauer den Rückzug und wurde zum Feldmarschall-Lieutenant befördert. Er übernahm die Division Reischach in Mantua und beteiligte sich nur noch an der Schlacht bei Solferino (24. Juni). Mit zwei Brigaden verteidigte er hier die Stellung bei Cavriana und entwickelte bei dieser Gelegenheit Umsicht, Ausdauer und große Tapferkeit. Im Auftrage des Kaisers Franz Joseph leitete er sodann die Verhandlungen mit Napoleon III. ein und erhielt nach Beendigung des Fu Tios das Kommando des 7. österr. Armeekorps zu Treviso, kehrte aber im Dez. 1863 nach Darmstadt zurück. Beim Ausbruch des Deutschen Kriegs im Sommer 1866 übertrug der Bundestag dem Prinzen A. das Kommando über das aus den Kontingenten von Württemberg, Baden und apgsAunteetoit Hessen bestehende 8. deutsche Bundes-Armeekorps, welches, mit einer durch nassauische und kurhess. Truppen verstärkten österr. Division vereinigt, gemeinschaftlich mit dem 7. (bayr.) Bundeskorps unter Prin Karl von Bayern operieren sollte. A. konnte sich mit dem Oberbefehlshaber hinsichtlich der Operationen nicht verständigen, worüber es an gegenseitigen Anklagen nicht gefehlt hat, und das schnelle energische Vorgehen der preuß. Mainarmee unter General Vogel von Falckenstein hinderte später die Vereinigung der beiden Bundeskorps, deren Truppen in einer Reihe von Einzelgefechten geschlagen wurden. (S. Deutscher Krieg von 1866.) A. veröffentlichte unter dem Titel: «Feldzugsjournal des Oberbefehlshabers des 8. deutschen Bundesarmeekorps im Fu Juse des J. 1866 in Westdeutschland » (Darmst. u. Lpz. 1867) eine Rechtfertigungsschrift. Im J. 1868 wurde A. zum österr. General der Kavallerie befördert. A. ist ein Freund von Kunst und Wissenschaft und hat in Heiligenberg hur der Bergstraße) eine bedeutende Münzsammlung angelegt, die von ihm selbst geordnet und unter dem Titel «Das heiligenberger Münzkabinetto (3 Bde., Gratz u. Darmst. 1854 —56) beschrieben worden ist. A.s zweiter Sohn Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. bestieg 1869 als Alexander I. (s. d.) den neugeschaffenen Thron von Bulgarien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 385Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6