FeedAliso
GeschichteBrockhaus 1882

Aliso wird von den Geschichtschreibern der röm. Kaiserzeit eine Festung genannt, welche 11 v. Chr. von Drusus an der Mündung des Flusses Eliso in die Lupia (Lippe) angelegt wurde, um im innern Deutschland mitten zwischen den Sitzen der Brukterer, Katten, Cherusker und Sigambrer einen festen Punkt zu gewinnen. Diese Larn A. an der Lippe ging nach der Niederlage des Varus 9 n. Chr. verloren, wurde aber 15 n. Chr. von den Römern wiederhergestellt. Das Jahr darauf von den Deutschen belagert, ward A. von Germanicus entsetzt und 47 von den Römern für immer aufgegeben. Solange die Römer ihre Kriege im Innern Germaniens führten, blieb A. für sie ein wichtiger Stützpunkt. Durch eine Heerstraße, welche der Lippe entlang hinführte und durch Vers chanzungen gedeckt war, wurde die Verbindung mit dem Rhein erhalten. Über die Lage des Kastells ist viel gestritten worden. Nach Ledebur lag A. in der Gegend der Mündung der Glönne und Liese in die Lippe, im Kirchspiele Liesborn, und gehörte zum alten Lande der Brukterer. Andere Forscher glauben A. in dem jetzigen Elsen bei Paderborn zu finden, wo das Flüßchen Alme für den Eliso genommen wird; so Giefers (in De Alisone castello commentatio, Kref. 1844; «über die Varianische Niederlage v5, Münst. 1854; (Die Gieferssche Hypothese über den Ort der Varianischen Niederlagev, Paderb. 1855; «Die neuesten Schriften über die Varusschlacht und das Kastell A. », Soest 1863). Diesem gegenüber hat besonders Essellen nachzuweisen versucht, daß das alte Kastell A. am Zusammenfluß der Ahse und Lippe nahe westlich von Hamm gelegen habe (vgl. Essellen, Küber den Ort der Niederlage der Römerv, Hamm 1853; «Das röm. Kastell A., der Teutoburger Wald und die Pontes Longiv, Hannov. 1857; «über den Ort der Varusschlachto, Hamm 1863 und «Das röm. Kastell A. und Ort der Niederlage des röm. Heers unter Varus », Hamm 1878); ihm schließt sich an Heinrich Böttger in: KHermann, der Cheruskerfürst und Befreier Deutschlands vom röm. Joche durch die Varianische Niederlages (Hannov. 1874), während Hülsenbeck in seiner Schrift: (Das röm. Kaste A. an der Lippen (Paderb. 1873), den Punkt, wo das Kastell gestanden, in die Gegend zwischen Lünen und Waltrop, also ungefähr 10—12 km nördlich von Dortmund verlegt; Sondermühlen dagegen in seiner Schrift „A. und die Gegend der Hermannsschlachto (Lpz. 1875) das Kastell A. ebenfalls an den Liese wul der der beiden Flüßchen Glönne und Liese mit der Lippe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 420Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6