Attok, Atak (d. h. Schranke), Stadt und Fort im Distrikt Ihilam der Division Rawalpindi der brit.⸗ind. Lieutenantgouverneurschaft Pendschab, liegt auf dem linken Ufer des Indus, gegenüber der Einmündung des Kabul, dessen Tbal die Hauptpassage zwischen Afghanistan und Hindostan bildet. Nur durch seine Lage ist dieser auf schwarzen Schieferfelsen dicht am Strome, etwa 293 m über dem Meere erbaute, nur 3000 E. zählende Ort von Bedeutung. Däs neue Fort am Flusse wird von einem nahen Hügel beherrscht. Gegenüber liegt bei einem kleinen Dorfe ein von Nadir Schah erbautes Fort, mit schönem Aquädukt. Der Indus ist hier 183 mbreit, bei niedrigem Wasserstande 9, bei hohem gegen 18 metief und strömt durch eine scharf eingeschnittene Felsenrinne, deren Pberhe Wände er marmorglatt gewaschen hat. Oberhalb A. fließt er mehrarmig und seicht in einer Ebene und hat fünf Furten, die zur Winterzeit, aber auch dann, wegen der starken Strömung und der Kälte des mtenhalb nicht ohne Gefahr zu passieren sind. Unterhalb A. tritt der Fluß in einen noch engern, tiefern Felsenkanal und strömt so reißend, daß er 15 km in einer Stunde zurücklegt. A. ist der Schlüssel Hindostans von Westen her und wurde 1581 von Akbar d. Gr. erbaut oder doch erneut. Seit den ältesten Zeiten war an dieser Stelle der Stromübergang, der jetzt durch eine Schiffbrücke vermittelt wird. Alle Eroberer Indiens, alle, auch die neuesten Kriegsexpeditionen aus Hindostan gegen Afghanistan haben ihren 192 durch das Kabulthal und über A. genommen, R lexander d. Gr. 326 v. Chr., Dschelaleddin ankberni 1221, Timur 1397, Babur 1519, Schah Nadir 1738 u. s. w.