FeedAlmacks
MusikBrockhaus 1882

Almacks heißen in England gewisse in regelmäßiger Folge veranstaltete Subskriptionsbälle, welche nicht nur in London zu Anfang der winterlichen eseasono, sondern auch in der Provinz, besonders an Badeorten, in der Gesellschaftszeit stattfinden. Ihre Bezeichnung haben sie von dem Namen eines Gastgebers, der in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in London lebte. Seit 1763, und dann weiter bis 1772, vergnügte sich Londons vornehme Welt an Konzerten, Bällen und Maskeraden von damals unübertroffener Eleganz und Pracht, die in Carlislehouse, dem Hause einer frühern deutschen Sängerin, Therese Cornelys, auf dem Alten Sohoplatze gegeben wurden. Mit diesen hocharistokratischen Unterhaltungen traten schon 1765 ähnliche in Aneber Aui die 12. Febr. jenes Jahres bei dem Gastgeber Almack (eigentlich M'Call) in drei neuerrichteten Salons mit ungemeinem Prachtaufwand ihren Anfang nahmen und ihre Vorgängerinnen bald übertrafen. In neuerer Zeit sind die Almacksbälle sehr in Verfall gekommen, obwohl sie noch immer alljährlich in demselben Lokal, in Kings-Street, St.⸗James, stattfinden, welches jetzt den Herren Willis gehört, nach denen es auch Willis' Rooms genannt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 443Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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