Alp oder Alpdrücken, Alb (incübus, frz. cauchemar, engl. night-mare), ist ein im ganzen seltenes Krankheitssymptom, welches nur im Schlafe eintritt, ein krankhafter, beängstigender Traum. Der davon Befallene glaubt unter einer auf ihm liegenden Last ersticken zu müssen, und die durch dieses beängstigende Gefühl erregte Einbildungsiefe sieht, wenn sie durch den Aberglauben in dieser Richtung genährt worden, oft einen mißgestalteten Unhold (A.), der den Schlafenden auf diese Weise quält. Der Betroffene vermag selbst unter den heftigsten Willensanstrengungen nicht, sich zu bewegen und um Hilfe zu rufen; gelingt es üönt aber, einen Schrei auszustoßen oder die Decke von sich zu werfen, so ist auch der Anfall (der Traum) vorüber, und der Kranke erwacht unter dem Gefühl der Angst und meist in Schweiß gebadet. Ursachen des Alpdrückens sind Vollblütigkeit, Druck enger Kleidungsstücke, Schlafen auf dem Rücken oder mit den Armen über dem Kopfe, überladung des Magens kurz vor dem Schlafengehen, ungewohnte Lagerstätte, schwere Bedeckung u. s. w. Die in den meisten Fällen beim Alpdrücken auftretende Atemnot, welche erst jenes beängstigende Gefühl erzeugt, entsteht durch den lähmenden Druck, der durch den Mageninhalt oder andere Ursachen auf den nervus vagus, welcher zugleich als Nerv für die Atmungswerkzeuge fungiert, ausgeübt wird. In der Vermeidung der derd Whn Einflüsse besteht auch der Hauptteil er Behandlung, sofern nicht etwa organische Veränderungen, namentlich im Herzen und in den Lungen, zu Grunde liegen. Solche Kranke müssen einen Schlafgenossen haben, der sie, sobald sie im Traume stöhnen, sofort weckt und beruhigt. Der A. war namentlich im Mittelalter der Gegenstand des Aberglaubens und wurde dem Einflusse von Berggeistern, Zwergen (Alben), fel selbst i zugeschrieben, oft sogar mit dem Teufel selbst in Zusammenhang gebracht. Auch jetzt ist dieser Aberglaube in manchen Gegenden Deutschlands noch nicht ganz geschwunden. Vgl. Wuttke, «Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwarto (2. Aufl., Berl. 1869); Cubasch,Der A. » (Berl. 1877).