Altar (aus dem lat. alta ara, d. i. hoher Altar) heißt Opferplatz oder Opferherd. Anfangs waren die Altäre aus Erde oder Rasen, später, als man Tempel errichtete, kunstvoller aus Stein oder Erz. Sie standen * Morgen vor dem Bildnisse der Gottheit. In Rom wurden nicht nur einzelnen Göttern, sondern auch den Heroen und später sogar den Kaisern Altäre errichtet. Der Standort der Altäre war bei Griechen und Römern keineswegs auf die Tempel beschränkt, sondern man errichtete sie auch an Straßen und Plätzen, in heiligen Hainen und an geweihten Quellen. Auch bei den Juden erhielt sich, obgleich das mosaische Gesetz nur den Tempel als Anhößen gestattete, die alte Sitte, Altäre auf Anhöhen zu errichten, bis zur Zeit des Exils. So waren Rama, Gilgal, Bethel und Mizpa vielbesuchte Oypferstätten. Im hebr. Kultus waren die Altäre nach Form und Architektonik je nach dem besondern Zwecke, dem sie dienten, verschieden. So unterschied man Brandopferaltäre, auf denen Opfertiere verbrannt wurden, Räucheraltäre, auf denen bloßes Räucherwerk angezündet wurde, und Schaubrot-Tische, auf denen unblutige Gaben ausgebreitet wurden. Sehr verschieden von diesen Altären des Altertums sind die der christl. Kirche. Hier war der A. al achanten der Tisch, an welchem das Liebesmahl gehalten wurde. Bis zum Ende des 2. 4 blieb auch der A. ein in das Chor der Kirche gestellter Tisch, woran das Abendmahl ausgeteilt und andere Kirchengebräuche vorgenommen wurden. Die gemauerten Altäre bei den Christen kamen Wahrscheinlich erst unter Konstantin d. Gr. auf. Die Verordnung, sie allezeit gegen Morgen zu stellen, soll angeblich schon vom Papste Sixtus II. (gest. 258) herrühren; sie mit einem Kruzifix zieren, ward erst im 6. Jahrh. gebräuchlich. ehrere Altäre aufzustellen, ward in der röm. ——— seit Gregor VI. üblich. Der vorzüglichste, der Hochaltar, behielt seinen Platz im Chor der Kirche, erhaben, in roman. Susen oft mit einem Baldachin überbaut und mit Stufen versehen; die andern wurden an Pfeilern, im Osten der Abseiten, an den Seitenmauern, in Kapellen oder in den Krypten angebracht. Die gewöhnliche Gestalt der got. Altäre ist die Flügel- oder Klappenform, innen mit außen mit gemaltem Schmuck versehen. Doch finden sich häufig auch Altartafeln, die auf der Innenseite ebenfalls Alae Bilder zeigen. Die Architekturform der Altäre ist nach dem Baustil verschieden. Der Altartisch ist mit Tuch bekleidet, dessen Farbe nach den verschiedenen kirchlichen . verschieden ist. Auf dem A. befinden sich Kruzifix, Blumen und Lichter. Für kirchliche Zwecke auf Reisen, im Felde u. dgl. ist ein Tragaltar im Gebrauch, der auf einem angemessenen Postament von Holz steht. In der Reformationszeit wurden die Altäre meist auf einen einzigen beschränkt, im Gebiete der schweiz. Reformation sogar völlig entfernt. Die luth. und unierten Kirchen haben daher nur einen einzigen A., die reform. Kirchen einen einfachen, nur mit dem Kruzifix versehenen Tisch. (Hierzu Tafel: Altar.)