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ErdkundeBrockhaus 1882

Altdorf, auch Altorf, Stadt im Bezirksamt Nürnberg des bayr. Regierungsbezirks Mittelfranken, 22 km südöstlich von Nürnberg, an der Schwarzach und der Vizinalbahn A.⸗Feucht, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat ein altes Schloß, zwei Kirchen, ein Lehrerseminar, Hopfenbau und Fabrikation hölzerner Spielwaren und zählt (1880) 3268 E. A. war ursprünglich eine zur Landvogtei Nürnberg gehörige Reichsdomäne, wurde von Karl IV. dem Grafen Johann von Nassau 1348 zu erblichem Lehn gegeben, aber von demselben 1360 an Burgraf Albrecht von Nürnberg verkauft. Des letztern ochter Anna brachte A. 1374 ihrem Gemahl, dem Herzog Swantibor von Pommern, mit, worauf die Stadt in pommerschem Besitze blieb, bis sie von Pfalzgraf Ruprecht (dem nachmaligen König) 1393 erkauft ward. Bei Gelegenheit der den Nürnbergern Hehnn die Pfalz aufgetragenen Reichsexpedition emächtigten sich dieselben 1503 der Stadt und behielten sie als Entschädigung für die Kriegskosten. Seitdem das nürnberger Gymnasium 1575 nach A. verlegt worden war, hob sich die Stadt und gelangte, indem sich diese Anstalt allmählich zur Hochschule emporschwang, als Universitätsstadt (seit 1623) zu hohem Ansehen. Nachdem die Reichsstadt Nürnberg mit ihrem Gebiete 1806 an Bayern gefallen, wurde 1809 die Universität mit at (Altd. vereinigt. Die Geschichte der Universität (Altd. 1808) und eine Beschreibung der Stadt (Altd. 1796) hat Will verfaßt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 488Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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