Ameisenäther (Ameisensäureäther, Athyl⸗ —— Der reine A. (CHOO C H5) wird eralten, indem man 7 Teile trockenes ameisensaures atron (s. unter Ameisensäure) mit einem erkalteten Gemisch von 6 Teilen stärkstem Alkohol und 10 Teilen konzentrierter Schwefelsäure in einem Destillationsapparat übergießt, wobei so lebhafte Erwärmung eintritt, daß ein großer Teil des Athers freiwillig destilliert; bei beendigtem Nachlassen der Reaktion unterstützt man dieselbe durch gelindes Erwärmen. Das Destillat wird durch Schütteln mit Kalkmilch von freier Säure befreit und behufs der Entwässerung über Chlorcalcium rektifiziert. Der reine Ather ist eine dünne wasserhelle Flüssigkeit von angenehmem Geruch, spezifischem ewicht Or, siedet bei 54,3°, in 9 Teilen Wasser löslich, in jedem Verhältnis mit Alkosor Ather, flüchtigen und fetten Olen mischbar, aborbiert Feuchtigkeit aus der Luft und zersetzt sich bei Gegenwart von Wasser leicht in Ameisensäure und Alkohol. Im nicht chemisch reinen Zustande wird der Ameisenäther vielfach unter dem Namen Arrakessenz in der Liqueurfabrikation verwendet. Man stellt 10 für diesen Zweck dar, indem man 4, kg Stärkemehl und 14,5 kg Braunstein (von 85 Proz.) mit einem erkalteten Gemisch von 14 kg konzentrierter Schwefelsäure und 10 Alkohol (80 Proz.) in einen mit Blei ausgekleideten eisernen Destillierapparat bringt. Die Destillation verläuft ohne Zufuhr von Wärme fast bis zu Ende; schließlich erwärmt man ganz gelinde durch Dampf und fängt das Destillat, die Arrakessenz des Handels, auf, solange es noch deutlich nach Arrak riecht. Schließlich wechselt man die Vorlage und erhitzt stärker, wobei noch wässerige Ameisensäure übergeht. Letztere wird mit kohlensaurem Natron gesättigt, die Salzlösung zur rockene verdampft und das ameisensaure Salz dem Material der nächsten Darstellung zugesetzt. Ameisenbäder. Setzt man den heißen Aufguß von einigen Maßen zerquetschter Ameisen oder munen Ameis 71 zu einem warmen Bade, so wirkt dasselbe sehr anregend oder reizend auf die Haut. Diese Wirkung wird hervorgebracht 6.80 die in den Ameisen enthaltene Ameisensäure (s. d. sowie auch durch die vielen aromatischen Stoffe, welche die Waldameisen in ihren Haufen in die speichern pflegen. Die A. gehören daher in die Klasse der gelinden Hautreize.