Apfelöl, Apfeläther, Apfelessenz, eine Zur Darstellung bringt man 5½ Teile rotes chromsaures Kali mit 5 Teilen Wasser in einen Destillationsapparat und fügt ganz 0. 0 u eine Mischung von 1 Teil Amylalkohol (s. d.) und 5. Teilen konzentrierter Schwefelsäure hinzu. Die 3 — eintretende Reaktion ist so lebhaft, daß die Flüssigkeit freiwillig ins Sieden gerät; wenn dieses nachläßt, beendigt man die Destillation durch geringe Erwärmung. Das Destillat besteht aus einer wässerigen Lösung von Valeriansäure und einer darauf schwimmenden öligen Schicht von Valeriansäure-Amyläther. Beide trennt man auf mechan. Wege, neutralisiert die Säure mit kohlensaurem Natron, verdampft die Lösung des valeriansauren Natrons in einer durch Dampf geheizten Schale zur Trockne und fügt zu 1 ½ Teile dieses Salzes eine Mischung von /. Teilen Amylalkohol und 1 Teil Schwefelsäure. Erwärmt man dies auf 100 C., so bildet sich eine neue Menge Ather, der auf Zusatz von Wasser abgeschieden wird. Der Valeriansäure-Amyläther hat im reinen Zustande einen zu I Geruch; wird derselbe aber in 810 Teilen — gelöst, so tritt sofort der angenehme Geruch der Apfel hervor. Das A. wird namentlich als Zusatz zu Zuckerbackwerk, Drops u. dgl. gebraucht. eine 1785 von Scheele in den Apfeln entdeckte Säure, die jedoch erst 1815 rein von Donavan aus den Vogelbeeren (Sorbus) als Vogelbeersäure dargestellt wurde. Braconnot wies drei 4.— später die Identität beider Säuren nach; ihre quantitative Zusammensetzung ermittelte aber erst 1832 Liebig; Kekulé beschrieb 1860 ihre künstliche Darstellung durch Einwirkung von Silberoxyd auf Monobrombernsteinsäure. Die A. findet sich, teils frei, teils an Kalium, Calcium oder Magnesium gebunden, woe verbreitet im Pflanzenreiche: in den unreifen Apfeln, den Vogelbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Pflaumen, Kirschen, Berberitzen, den Beeren von Hippophaea rhamnoides, in dem Hauslauch und vielen andern. Am vorteilhaftesten läßt sie sich aus den unreifen Vogelbeeren darstellen, welche zu der Zeit, wo sie eine rosenrote Farbe angenommen haben, am reichsten daran sind. Aus denselben wird der Saft durch Pressen gewonnen, mit Kalkmilch so weit versetzt, daß er noch sauer bleibt, und dann anhaltend gekocht, wobei sich apfelsaurer Kalk als sandiges Krystallpulver abscheidet. Dieses wird von der Gasdahen getrennt und in warmer verdünnter Salpetersäure gelöst, aus der beim Erkalten saurer apfelsaurer Kalk in schönen Krystallen anschießt. Aus der Lösung desselben wird durch Bleizucker unlösliches apfelsaures Blei gefällt, welches nach dem Waschen mit Wasser durch Schwefelwasserstoff zersetzt wird; wird diese Flüssigkeit bis zur Sirupskonsistenz verdampft, so schießt die A. daraus in farblosen, kugelförmig vereinigten Krystallnadeln an, die an der Luft zerfließen und sich auch in Alkohol' lösen. Die wässerige Lösung der A. dreht die Polarisationsebene des Lichts nach links, A. ist jedoch optisch inaktiv. Bei vorsichtigem Erhitzen auf 150 zersetzt 0 die A. unter Abgabe der Elemente von 1 Molekül Wasser und geht in D.nde iomer in und Maleinsäure über, die eide isomer sind und die Zusammensetzun 6.H.O. Unert Durch Gärung wird die mit Kalk neutraisierte Säure in mehrere andere Säuren zerlegt, wie Bernsteinsäure, Essigsäure, Buttersäure und Kohlensäure. Die A. bildet mit Basen Wnte lösliche Salze, und zwar zwei Reihen, neutrale und saure, je nachdem in einer oder in beiden Carboxylgruppen CO0H der Wasserstoff durch Metalle vertreten ist. Die löslichen neutralen Salze sind meist nicht krystallisierbar, die sauren Salze krystallisieren dagegen leicht. Das neutrale Kalksalz zeigt ein eigentümliches Verhalten: neutralisiert man A. mit Kalkmilch, oder 190 man zu einem löslichen apfelsauren Salz Chlorcalcium, so Kalt o kein Wie unldsla obgleich der apfelsaure Kalk so ut wie unlöslich ist. Derselbe scheidet sich erst bei ängerm Kochen der Flüssigkeit oder auf reichlichen Zusatz von Alkohol ab. Es dient dies Verhalten zum Erkennen der A. und zur Unterscheidung von andern Säuren.