FeedAmesius (Wilh.)
ReligionBrockhaus 1882

Amesius (Wilh.), reform. Theolog, gleich bedeutend als Polemiker wie als Dogmatiker, geb. 1578 zu Norfolk in England, mußte als strenger Leiden an sein Vaterland verlassen, begab sich nach eiden, um von hier aus gegen die engl. Hierarchie ruppen im Haag. Gegen Arminius schrieb A. mehrere Disputationen und wirkte zu Dortrecht als von den Generalstaaten besoldeter Berater des Präsidenten der Synode. Er ward 1619 Inspektor der mit Stipendien aus Amsterdam in Leiden studierenden Jünglinge, für welche er seine wiederholt aufgelegte Medulla theologiaen (Amsterd. 1627) entwarf, eine Darstellung des orthodoxen Lehrsystems. Die Trennung des dogmatischen und moralischen Teils dient der Tendenz des A., die zu jener Zeit stark vernachlässigte moralisch-praktische Seite der Theologie zu gebührender Geltung zu bringen. Diesem Streben, das A. von seinem Lehrer Wilhelm erkins überkommen hatte, dient besonders die Schrift: De conscientia ejusque jurep (Amsterd. 1630). Seine Moral ist streng; so erklärt er in dem Puritanismus Anglicanus o nur diejenigen Puritaner für rechte Christen, welche Tanz, Spiel und Schmausereien fliehen. Die Remenrgnaen bekämpfte A. in den Anti-Synodaliad die Katholiken in dem Bellarminus enervatusv als Polemiker war er gefürchtet, daß die Katholiken ihm nachsagten, ein anderer verteidige besser eine schlechte Sache. Seit 1621 Professor der Theologie in Franeker, starb A. 1. Nov. 1633 zu Rotterdam. Seine Werke erschienen gesammelt in fünf Bänden (Amsterd. 1658).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 552Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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