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PflanzenreichBrockhaus 1882

Ammi Tourn. (bereits Pflanzenname bei Plinius), jetzt Pflanzengattung aus der Familie der Doldengewächse: ein⸗, zweijährige oder ausdauernde, aufrechte,‚ verzweigte, kahle Stauden mit dreifach-fiederschnittigen Blättern, deren Blättchen scharf knorpelig-gesägt sind; die zahlreich-strahligen, zusammengesetzten Dolden besitzen wenigbis vielblätterige, aus meist dreispaltigen Blättchen behehend Hüllen und aus vielen einfachen Blättchen estehende Hüllchen. Die Blüten zeigen nur einen undeutlichen Kelchrand und weiße, verkehrt-eiförmige, durch das eingebogene Spitzchen ungleichzweilappige Kronblätter. Die ei⸗ oder länglicheiförmigen Früchte sind stark von der Seite zusammengedrückt und der eingezogenen Fugenseite wegen zweiknotig; sie besitzen fadenförmige dalttgen enntemie Thälchen und einen tief zweispaltigen Fruchtträger. Von den sechs oder sieben in Europa, den Mittelmeerländern und auf den Canarischen und Aus 7„60 Inseln heimischen Arten ist eine, A. majus L. (großes Ammi), mit fremden Samen aus Südeuropa in Deutschland eingeschleppt und, wenn auch meist unbeständig, auf Ackern (namentlich Luzernefeldern) zu finden. Die Früchte dieser bis Im hohen, von Juli bis September blühenden Pflanze waren früher als Fructus Ammeos vulgaris s. majoris offizinell, ebenso diejenigen des südeuropäischen A. Visagna Lam., dessen holzig erhärtende Doldenstrahlen als Zahnstocher benutzt werden und dessen Wurzel eßbar ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 559Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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