Amerling (Friedr.), namhafter Porträtmaler, geb. zu Wien 14. April 1803, bildete sich in der Akademie der bildenden Künste als Schüler Redls für das Porträtfach aus und ging 1824 nach London, wo er den berühmten Porträtmaler Th. Lawrence, und nach Paris, wo er H. Vernet aufsuchte. Nach Wien lido von Aut fertigte A. zwei histor. Gemälde: Dido von Aneas verlassen, und Moses in der Wüste, die den ersten Preis der Akademie erhielten. Hierauf unternahm er 1831 eine Reise nach Italien und besuchte Venedig, Florenz und Rom; als Frucht seines Aufenthalts in Italien sind zu nennen: Rebekka mit einem Halsband nach Hause eilend, ein lebensgroßes Kniestück, ferner das Bildnis von Thorwaldsen sowie eine Anzahl ital. Studienköpfe. Die erste Arbeit nach seiner Heimkehr war das für das Schloß in Laxenburg bestimmte Bild des Kaisers Franz I., welches diesen mit Scepter und Krone auf dem Throne sitzend darstellt und sowohl wegen der Anordnung und Zeichnung als der N. sih do großen Beifall fand. Seit 1844 hält A. sich dauernd in Wien auf, als beliebter Maler der vornehmen Welt. Seine halb idealen, halb sentimentalen Motive, seine ebenfalls idealisierten, theatralisch aufgefaßten Porträts, sein porzellanartiges, verblasenes Kolorit erwarben ihm großen Beifall. A.s spätere Werke, Selbstporträt (für die Akademie in Wien erworben), Porträt des Bürgermeisters von Seiller, des Fürsten Windischgrätz u. a., zeugen von der gleichgebliebenen Richtung des Künstlers. Auf der deutschen Weltanzstellung in München und auf der Wiener Weltausstellung erhielt er vielfache Anerkennung. A.s Hauptverdienst besteht darin, daß er die Frage des koloristischen Prinzips in der deutschen Kunst zuerst wieder mit Erfolg in den Vordergrund rückte und der letztern seinerzeit die Fortschritte der engl. Kunst zu vermitteln verstand. mersfoort, Stadt in der niederländ. Provinz Utrecht und Hauptort eines Bezirks, Knotenpunkt der Niederländischen Centralbahn und der Holländischen Eisenbahn, liegt an der Eem, die ier schiffbar wird, in einer fruchtbaren Ebene am ße der Amersfoorter Berge, einer 20 Em angen, bis an den Rhein Ubernene ei Reihe von Sandhügeln, vermutlich Überreste einer Imand ligen Dünenbildung, die den alten Meeresstrand bezeichnen. Unter den Gebäuden der Stadt zeichnet sich die Liebfrauenkirche durch ihren 67 m hohen Turm aus. A. hat ein Gymnasium, ein Jansenistenseminar und ist eine sehr wohlhabende, durch Handel und Gewerbthätigkeit blühende Stadt von (1876) 13 578 E., darunter etwa 6000 Katholiken. Bedeutend sind die Branntweinbrennereien des Orts u di l der früher sehr stark betriebene Tabaksbau, ie Verarbeitung und Versendung dieses Produkts sowie auch die Fabriken in Baumwolle und Glas zurückgegangen sind. Außer Schiffahrt und Varuhandel. Speditionshandel betreibt A. auch Eigenhandel, namentlich mit Buchweizen. Die Stadt ist der Geburtsort des berühmten Staatsmanns Oldenbarneveld. Sie wird urkundlich schon 1006 erwähnt, erhielt 1259 Stadtrecht, war früher eine hedeutende Festung, ward 1483 vom Erzherzog Maximilian erobert, 1543 von den geldrischen Soldaten verwüstet, 1672 und 1795 von den Franzosen eingenommen.