FeedAmravati
ErdkundeBrockhaus 1882

Amravati, wichtiger Handelsplatz der ostind. Landschaft Berar (s. d.). mrit, die ruinenreichste Stätte auf der Küste des alten Phönizien, 10 km südlich der Hafenstadt Tartus, des alten Antaradus, wurde schon im 17. Jahrh. durch den Orientalisten Pococke bekannt, aber erst 1861 durch Renan genauer untersucht und beschrieben. A. ist das alte Marathus, welches ursprünglich zum Weichbilde der Inselstadt Aradus (Arwad der Genesis; jetzt Ruad) Itarat und dessen nördlichster Teil zur Römerzeit Antaradus bildete. Das Ruinenfeld A. liegt am Küstenbache gleiches Namens und ist auf 10 Ekm in der Runde unbewohnt. Die alte Stadt lag teils in der Ebene, teils auf den anstoßenden Felsen, aus denen mehrere der bedeutendsten Monumente ausgehauen sind. Unter diesen ist das wichtigste ES-Maabed (d. h. der Tempel), ein viereckiger, auf drei Seiten von Felsmauern umschlossener Hof von 52 m Länge und 45 m Breite, in der Mitte mit einem aus dem Felsen gehauenen Würfel von etwa 5 mim Quadrat, welcher einer ebenfalls von drei Seiten geschlossenen, 5 mehohen Cella als Basis dient, die mit einem großen Steine bedeckt ist. Dieser Maabed ist der bedeutendste überrest semit. Tempelbaukunst, ein heiliger Tempelbezirk mit seinem Tabernakel oder der zur Theba. 9 von Nationalheiligtümern bestimmten Theba. Außerdem finden sich noch zwei kleinere, ganz ähnliche Cellas vor, sowie ein Grabdenkmal, die Spindelsäulen genannt, die Ken Phallussymbole als Grabpyramiden vorstellen; ferner etwa 20 Grabkammern, ähnlich den in den Ruinen von Karthago aufgefundenen; ein weiteres großartiges Grabdenkmal, welches der Schneckenberg heißt; ein Stadium mit einem kreisrunden Amphitheater und andere Reste von Bauwerken.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 582Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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