FeedAnckarswärd (Karl Henrik, Graf)
GeschichteBrockhaus 1882

Anckarswärd (Karl Henrik, Graf), bekannt Reich seine oppositionelle Stellung im schwed. Reichstage, geb. 22. April 1782 zu Sweaborg, war der älteste Sohn des 1838 als 96jähriger Greis verstorbenen Grafen Michael A., der als Beförderer der Revolution von 1772 mit Lieutenantsrang und Nobilitierung (sein väterlicher Name war Coßwa) belohnt worden war, sich im Finnischen Kriege 1788—90 ausgezeichnet und allmählich zum General und Grafen emporgeschwungen hatte. Sein Sohn nahm als Major und Oberadjutant bei dem Grafen Armfelt am Norwegischen Kriege von 1808 teil, und als Armfelt bald darauf das Kommando niederlegte, wurde er Adjutant bei dem General Cederström. Gegen das Ende des Feldzugs von Adlersparre (s. d.) in die Revolution von 1809 verflochten, ward er infolge des glücklichen Ausgangs zum Obersten befördert. Bei Eröffnung des Feld-Rant gegen Frankreich 1813 folgte er mit seinem Regiment dem schwed. edoah a (Bernadotte) nach Deutschland, mußte jedoch, als er sich in einem Briefe an den Kronprinzen gegen dessen Politik ausgesprochen hatte, seine Entlassung nehmen. Er kehrte nach Schweden zurück, wo er als Privatmann auf seinem Gute Carlslund bei Brebro lebte. Seine parlamentarische Laufbahn begann er 1817, indem er beim Reichstage mit feuriger Beredsamkeit gegen die Regierung auftrat, sich aber durch seine persönliche Abneigung gegen den König Karl Johann oft zur Leidenschaftlichkeit hinreißen ließ und dadurch, sowie durch sieß streng aristokratischen Grundsätze, häufig anstieß und nach und nach auch die Oppositionspartei, als deren Haupt er eine Zeitlang galt, sich entfernte. Seine Ansichten legte er 1833 in einem «Polit. Glaubensbekenntnissev dar, nachdem er schon 1830 in Verbindung mit J. G. Richert einen Vorschlag zur Umbildung der Nationalrepräsentationo veröffentlicht hatte. Auch nach dem Tode des Königs Karl Johann (1844) gehörte A. fortwährend der Opposition an. Er starb in Stockholm 25. Jan. 1865.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 616Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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