FeedArmfelt
GeschichteBrockhaus 1882

Armfelt (Gust. Maur., Baron, später Graf), schwed. General und Staatsmann, geb. 1. April 1757 als der Sohn des Generalmajors und Landeshauptmanns Baron Magn. Wilh. A., trat als Fähnrich in die Garde zu Stockholm, zeichnete sich 1788—90 im Kriege gegen Rußland aus und schlo als Generalmajor 1790 den Frieden zu Werelä ab. Auf dem Sterbebette ernannte Gustav III. ihn zum der Bcenetchg von Stockholm und zum Mitgliede der Regentschaft während der Minderjährigkeit Gustavs IV. Doch der Bruder des nig Kar Herzog Karl von Södermanland, später König Karl XIII., Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. erkannte wegen unvollständiger Unterschrift diese Verfügung nicht an, verabschiedete A. und schickte ihn als Gesandten nach Neapel. Hier entwarf A. den Plan zu einer Hofrevolution gegen den schwed. antdecft A.enet Die Verschwörung wurde jedoch entdeckt, A. entfloh von Neapel und wurde in contumaciam zum Tode verurteilt. Nachdem Gustav IV. Adolf die Regierung übernommen, hob er 1799 das Urteil auf, rief A., der 1— inzwischen in Rußland und Deuts chland aufgehalten, nach Schweden zurück und ernannte ihn erst zum Gesandten in Wien, dann zum General der Infanterie. Als solcher befehligte er 1807 die Truppen in Pommern und 1808 das schwed. Heer gegen Norwegen, erhielt aber bald seinen Abschied. Nach der Abseßung Gustavs IV. Adolf wurde er 1809 nach Stockholm berufen und zum Präsidenten des Kriegskollegiums ernannt. Doch legte er schon 1810 dieses Amt nieder und lebte als Privatmann in Stockholm. Da er indes sowohl dem Könige Karl XIII. als auch dem Thronfolger Karl Johann mißliebig war, begab er sich 1811 nach Finland. In Rußland mit Auszeichnung empfangen, wurde er 1812 in den Grafenstand erhoben, zum Kanzler der Universität Abo und zum Hiunen der finn. Angelegenheiten sowie zum Mitglied des russ. Senats ernannt. A. starb zu Zarskoje-Selo 19. Aug. 1814. Vgl. A.s Selbstbiographie in Handlingar rörande Sveriges historiad (Bd. 1 u. 2, Stockh. 1830).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 929Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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