André (Christian Karl), verdienter Pädagog und Landwirt, geb. zu Hildburghausen 20. März mach in Schnepfenthal und gab anfangs mit echstein, später mit Blasche die «Gemeinnützigen Spaziergänge auf alle Tage im Jahre » (10 Bde., Braunschw. 1796—99) und seit 1797 mit Becker in Gotha den «Allgemeinen Reichsanzeigerv heraus. A. folgte 1798 einem Rufe als Direktor der prot. Schule zu Brünn, wurde hier 1812 fürstl. Salmscher Wirtschaftsrat, dann Sekretär der Mährischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, später Mitinhaber der Calveschen Buchhandlung in Prag und 1817 Assessor des Georgicons zu Keszthely in Ungarn. Viel Gutes wirkte er durch sein Patriotisches Tageblatty (10 Bde., Brünn 1800—5). Auf PVeranlassung der österr. Regierung gab er den Hesperusv(Prag 1809—20 u. Stutig. 1821—31), für die Landwirte die Okonomischen Neuigkeiten⸗ (Prag 1811 — 31) heraus; auch veröffentlichte er einen Nationalkalender» (Prag 1810 — 240). A ing 1821 als Redacteur der Landwirtschaftlichen HZeitschrift nach Stuttgart. Hier starb er 19. Juli 1831. — Sein Sohn Emil A., bedeutender Forstwirt, geb. 1. März 1790 in Schnepfenthal, verwaltete seit 1838 die fürstl. Odescalchischen und tarb 26. Febr. 1869 zu Kisber Ungarn). Er machte ich durch eine neue der undenm: Deriuch verient und 111 unter anderm: „Versuch einer zeitgemäßen Forstorganisationn (Prag 1824), Ein-Rn te etc. Forstwirtschaftsmethodes (Prag 1832). —. udolf A., Bruder des vorigen, geb. 9. Juli 1793 zu Gotha, gest. 12. Jan. 1825 zu Tischnowitz in sserschel als Administrator der fürstl. Salm-Reifferscheidtschen Herrschaften, schrieb eine Anleitung zur Veredlung des Schafviehso (2. Aufl., udreé (Joh.), Komponist und Musikalienverleger, geb. zu Offenbach a. M. 28. März 1741, war ursprünglich von seinem Vater zum Kaufmann bestimmt, wandte sich aber schon frühzeitig der Musik zu und bildete sich in derselben zumeist autodidaktisch. Nachdem er durch Kompositionen sich einen Mufnve Ruf erworben und 1774 zu Offenbach einen usikverlag nebst Notendruckerei begründet hatte, wurde er 1777 an das Deutsche Theater zu Berlin als Musikdirektor berufen. dieser Stellung verblieb er bis 1784, wo er zur Führung seines Musikgeschäfts nach Offenbach zurückging. Vor seiner Abreise erhielt er von dem Markgrafen von Brandenburg-Schwedt den Kapellmeistertitel. Er brachte seine noch jetzt bestehende Handlung durch die Herausgabe eigener und fremder Werke in Flor und bes Sloß sein thätiges Leben 18. Juni 1799 zu Offenbach. Seine Kompositionen, die sich namentlich durch rische und Natürlichkeit auszeichnen, bestehen in nstrumentalsachen, Liedern (darunter das vielgeungene und in den Volksmund übergegangene Bekränzt mit Laub den lieben vollen —.365 und in etwa 30 Opern und Operetten. — Johann Anton A., Sohn des vorigen, geb. zu Offenbach 6. Okt. 1775, zeigte schon im Kindesalter Talent ür Musik. Seine Lehrer waren im Violinspiel Ferd. Fränzel, in der Kompofition Vollweiler zu annheim. Er studierte 1796 in Jena und machte —— einige größere Kunstreisen. Nach dem Tode eines Vaters (1799) übernahm er die Leitung des Fwuug in enbach, das er durch umsichtige Führung, durch den Verlag eigener Kompositionen, die lange Zeit in Süddeutschland ein großes Publikum fanden, und besonders durch den Ankauf des Mozartschen Nachlasses in hohen Schwung brachte. Schon 1800 ens er an 70 Musikstücke geschrieben, und nach dieser Zeit fügte er noch manches hinzu, sodaß die Zahl seiner hinterlassenen Kompositionen weit über 100 beträgt. allen Fächern der Komposition sich versuchend, schrieb er Symphonien für großes Orchester, viele Werke sür Kammermusik, Duette für verschiedene Instrumente, Tänze, Männergesänge, Opern und Kantaten, Lieder u. s. w. Die meisten derselben sind jetzt vergessen. Tüchtig wie seine Musik ist auch sein Lehrbuch der Tonsetzkunsto (2 Bde., Offenb. 1832—43), welches aber zu weitschichtig auf sechs Bände angelegt wurde und nicht zu Ende kam. Durch die Herausgabe von Mozarts Tagebuch und einiger Originalpartituren dieses Meisters erwarb er sich Verdienste um die Geschichte der Musik. Er starb 5. April 1842 zu Offenbach. A. war es, der zuerst in ausgedehnterm Maße Senefelders Erfindung der Lithographie auf die Herstellung von Musikalien anwandte.