FeedAndrässy (spr. Andräschi)
GeschichteBrockhaus 1882

Andrässy (spr. Andräschi), ein ungar. Grafengeschlecht mit dem Prädikat: von Csik-Szent-Kiraly und Kraszna-Horka. Ahnherr des Geschlechts soll Andoräs, einer der Führer bei der Einwanderung der Magyaren in Ungarn, gewesen sein. Die Familie teilt sich in zwei Linien. — Karl, Graf A., der ältern Linie angehörig, geb. 29. Febr. 1792 zu Gömör und 3. Aug. 1844 zu Brüssel gestorben, war 124 — der Opposition, in deren Reihen er auf den Reichstagen von 1839 und 1844 sich durch schlagfertige Reden auszeichnete. Auch wirkte er als Vorsitzender der Theißregulierungsgesellschaft sowie als Mitglied des Bergwerks⸗ und des Fabrikvereins. A. veröffentlichte in deutscher Sprache «Umrisse einer möglichen Reform in Ungarnv. Er hinterließ drei Söhne: Emanuel (s.d.) Gyula (s. d.) und Aladär. — Georg, Graf A., Haupt der jüngern Linie, geb. 5. Febr. 1797, erwarb sich als Direktor der ungar. Akademie, Mitglied des Landwirtschaftsvereins, Förderer der Eisengießerei zu Ternö sowie in seiner Wirksamkeit für den Bergbau nicht unbedeutende Verdienste. 50 der Politik wirkte er im konservativen Geiste auf dem Reichstage. Nach dem Rücktritte Apponyis 1862 wurde er Nudex Curiae (oberster Landesrichter). Vor dem Ausgleich von 1867 ersetzte ihn Georg von Majläth, und A zog sich zurück. Er starb 19. Dez. 1872 in Wien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 626Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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