Angeles (Los), Stadt im nordamerik. Staate Californien, am Angelesflusse, 48 kKm von dessen Mündung in den Stillen Oeean, in fruchtbarer Gegend, von Weinbergen, Orangen-⸗ und Olivenpflanzungen umgeben. A. wurde 1780 gegründet und zählt (1880) 11311 E. Angelfischerei. Das Fangen der Fische mit der Angel, besonders in den süßen Gewässern, ist eine uralte Kunst. In ihren einfachern Formen selbst den uncivilisiertesten Völkern bekannt, ist sie in allen Ländern mit höherer Kultur als wichtiger Teil des Fischereigewerbes und des Weidwerks zu einem hohen Grade von Vollkommenheit ausgebildet. Das gebräuchlichste Gerät zum Angeln ist die Rutenangel, welche in der Regel aus drei besondern Teilen, der Rute, der Leine oder Schnur und dem Vorfach mit dem Haken besteht. (S. Tafel: Angel10 cherei, Fig. 1.) Eine gute Angelrute muß aus tarkem, elastischem Holz gefertigt sein und ist der Bequemlichkeit halber gewöhnlich aus mehrern auseinandernehmbaren Stücken zusammengesetzt. Die aus Pferdehaaren oder Seide geflochtene Schnur muß recht lang sein; sie wird am besten durch an der Rute befestigte Ringe geleitet und kann durch einen gleichfalls an der Rute angebrachten Roller beliebig verkürzt oder verlängert werden. Das Vorfach (Fig. 2) oder das letzte ablösbare Stück der Schnur, welches an seinem Ende den Haken trägt, wird aus besonders starkem Material hergestellt, häufig aus Draht, um das Abbeißen des Hakens durch den Fisch zu verhindern. Die Haken selbst, bei uncivilisierten Völkern aus Knochen, Fischgräten oder Muschelstücken, sonst aus Metall gearbeitet (Fig. 5), haben je nach der Natur der zu angelnden Di wicht allerverschiedenste Gestalt und Größe. Die wichtigsten Arten des Rutenangelns sind die Grundfischerei mit natürlichem lebenden, totem oder künstlichem Köder und die Fliegenfischerei. Zu der erstern bedarf man einer Beschwerung des Vorfachs mit Blei und eines aus Kork (Fig. 4), Federspulen oder Rohr verfertigten, verstellbaren Flosses, welches den Köder in einer bestimmten Tiefe erhält und zur Beobachtung des Anbeißens dient. Bei einigen Fischen, z. B. Karpfen, Schleie, Barbe, muß der Köder am Grunde liegen, andere, wie Barsche und Weißfische, nehmen ihn nur aus der Mitte des Wassers. Für Weißfische kann man aus Brot, Ochsenhirn und andern Stoffen gekneteten Köder verwenden, für die meisten ist der zweckmäßig befestigte Regen⸗ oder Dungwurm (Fig. 6 a—ch) die beste Lockspeise, während größere Raubfische, wie der Hecht, mit kleinen, lebenden (Fig. 12—14) oder toten (Fig. 8—11) oder künstlich nachgemachten (Fig. 15 — 17) 2— gefangen werden. Die Fliegenfischerei (fly-fishing) ist die interessanteste, aber auch schwierigste Angelweise und wird für lachsartige Fische (Lachs, Forelle, Asche) angewandt, besonders in England und Nordamerika, wo sie zu einem volkstümlichen Sport ausgebildet ist. Als Köder verwendet man teils natürliche lebende, teils (und neuerdings Han ausschließlich) mit großem Geschick hergestellte künstliche Insekten der verschiedensten Gestalt (Fig. 18—22), welche mit dem Haken verbunden auf die Oberfläche des Wassers geworfen oder über derselben hin und her bewegt werden (Flugangel). Die besten Angeleräte, besonders Haken, verfertigt man in Engand (Birmingham, Kendal, Redditch) und in den Vereinigten Staaten (Boston und e sehr vrat- Auch in China und Japan werden sol 0 sehr praktisch angefertigt. — Neben der gewöhnlichen Rutenangel gibt es Angelnohne Ruten: Senk⸗, Wurf⸗, Grund⸗, Stand- und Legangeln (Fig. 23). Sie werden in großartigem Maßstabe im Meere angewandt, z. B. zum Fange des Kabeljaus in der Nordsee und bei Neufundland, wo lange, an Bojen befestigte Leinen mit Rantehen tausend Haken versenkt werden. Auf Makrelen und ähnliche Fische wolche man mit sog. Glitsch- oder Laufangeln, welche, mit glänzendem natürlichen oder künstlichen Köder versehen, von Sm der Booten aus nachgezogen werden. muck⸗ oder Schießangeln sind mit einem glänzenden Köder oder nur mit einem glitzernden Haken versehene Handleinen, welche schnellauf-und abgezogen werden und manche Matrcke und gefräßige Fische, wie Heringe und akrelen, zum Anbiß reizen. In England ward die A. schon zu Eduards I. Zeit durch eine lange Reihe von Verordnungen geschützt, und die engl. Litteratur ist reich an Schriften in Prosa und Versen über diese Belustigung. In Nordamerika ist das Angeln ebenso wie die Jagd völlig frei. Die älteste Schrift über diesen Gegenstand ist das 1496 gedruckte, seltene Book of St.- Albanso unter dem Titel «Treatyse of fyshing Vyth an angler von Juliane Berners, Bernes oder Barnes, der Priorin eines Nonnenklosters bei St.⸗ Albans, ausgezeichnet durch unerreichbare Einfachheit. Vollständiger ist Isaak Waltons in dialogischer Form abgefaßtes Buch The complete anglery (1653), das später von anderer Hand fortgesetzt wurde und 05— dessen Muster das geistvoll gehaltene, anonym erschienene Buch des beruhmten Chemikers Humphry Davy verfaßt ist Salmonia or days of fly-fishingo (2. Aufl., Lond. 1828; deutsch von Neubert, Lpz. 1840). Andere geschätzte engl. Schriften sind von Salter, Stoddart, Stewart. Von deutschen Schriften sind hervorzuheben: d'Alquen, ö (Vollständiges Handbuch der feinern Angelkunsto (Lpz. 1862); Horrocks, Die Kunst der Fliegenfischerei auf Forellen und Aschen» (Weim. 1874); von Ehrenkreutz,Das Ganze der A.» (13. Aufl., Auedlinb. u. Lpz. 1881); M. von dem Borne, „Illustriertes Handbuch der A.» (Berl. 1875); derselbe, Wegweiser für Anglero (Berl. 1877). Vgl. Blakey, „Historical sketches of the angling literature of all nationso (Lond. 1855). über die rechtlichen Verhältnisse der A. vgl. Peyrer, Fischereibetrieb und Fischereirechto (Wien 1874).