Angelica (Engelwurz), eine von Linné aufgestellte Pflanzengattung aus der Familie der Umbelliferen oder Doldengewächse. Die ½ gehörigen Pflanzen sind meist ausdauernde Kräuter mit zwei⸗ oder dreifach fiederspaltigen Blättern. Die auf einer u verebenen zusammengesetzten, bloß mit Hüllchen versehenen Dolde stehenden Blüten sind von weißer Farbe und aus lanzettförmigen oder elliptischen Blumenblättern zusammengesetzt. Die Früchtchen sind Iraeln wepteken. und jederzeit mit vier breiten Flügeln versehen. Es gibt nur wenige Arten, welche vorzugsweise in Europa, Nordasien und Nordamerika wachsen. Die in Deutschland häufigste Art ist die auf feuchten Wiesen, an Bächen und Wäldern vorkommende gemeine Engelwurz (A. silvestris L.), deren kurze, geringelte, ästige, inwendig weiße Wurzeln einen gelben Milchsaft enthalten, und deren 0,s bis 1,5 m 909 bereifter, oft rot angeflogener, hohler Steneine gewölbte Dolde mit in der Jugend grünichen oder rötlichen, später weiß werdenden Blüten trägt. Die Früchte werden von den Landleuten in gepulverter Form als wirksames Mittel gegen Läuse gebraucht. Die echte Engelwurz (A. archangelica L. oder Archangelica officinalis Hom.), eine zweijährige, in der Kultur aber perennierende Pflanze mit Dushoben Blüten, fast kugeligen Dolden und mannshohem Stengel, wächst gern in hohen, feuchten Gebirgsthälern, trägt 710 mm lange, strohgelbe Früchte und eine gewürzhaft bitter schmeckende, viel Harz und ätherisches Ol enthaltende Wurzel, die als Reizmittel gegen Nervenübel, verdorbene Verdauung und Blähungen gebraucht wird. Die Wurzel ist offizinell. (S. Angelikawurzel.) Sie wird auch mit zur Bereitung des . amt Meienden, in vielen Gebirgsgegenden (z. B. am Riesen-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. gebirge) üblichen Kräuterliqueurs benutzt, ebenso 90 Darstellung eines sog. Choleraliqueurs. Im orden (z. B. in Norwegen), doch auch im südöstl. Europa werden die Stengel und Blattstiele gegessen, in Norwegen die Wurzeln gerieben unter das Brotmehl gemengt. [Gruß, s. Ave Maria.