Angelikawurzel (Radix Angelicae, Drogue), der getrocknete Wurzelstock der meist kultivierten Angelica Archangelica oder Archangelica officinalis. (S. Angelica.) Nach der «Deutschen Pharmakopöev bildet sie lange, 4 — 6 mm dicke, weiche, gefurchte, aus einem ziemlich dicken, bis zu 8 em langen, etwas schwammigen, nach oben schwach und dicht geringelten Wurzelstocke hervortretende Wurzeln; mit etwas dicker, außen graubrauner, innen weißer Rinde, welche zahlreiche, weite, gelbe, glänzende Balsambehälter besitzt; das Holz strahlig, gelblich. Beim Kauen erzeugt die Wurzel Brennen im Munde, von süßlichem Geschmacke mit bitterm Nachgeschmack und starkem Geruche. Die Wurzel enthält eine Menge von zum Teil noch sehr wenig studierten Substanzen. Beim Destillieren derselben mit Wasser erhält man ätherisches Angelikaöl, welches noch gar nicht näher untersucht ist. Das alkoholische, zur Trockne verdampfte Exträkt gibt an Wasser Zucker, Bitterstoff, Gerbstoff, Apfelsäure ab; es verbleibt dabei eine braune harzige Masse, die beim Extrahieren mit Ather nach dem Verdunsten des Lösungsmittels Angelikabalsam zurückläßt. Letzterer besteht aus ätherischem Angelikaöl, An gelikawachs, krystallisierendem Harz, Angeliein, einer flüchtigen, krystallisierbaren Säure, Angelikasäure (s. d.). Durch Maceration und Desti ation mit verdünntem Weingeist wird aus einem Gemische von A., Baldrianwurzel und e Theriatbeeren der seit langen Zeiten bekannte Theriakgeist, in welchem außerdem noch Kampfer gelöst wird, gewonnen; derselbe wird meist als Hausmittel zur Magenstärkung verwendet. neten.)