Antiqua (frz. Romain, engl. Roman), im allgemeinen Sinne alle rein lat. Schriftarten im Geensatze zu den sog. deutschen oder der Fraktur (s. d.). n der Buchdruckerkunst versteht man unter A. die geradestehende lat. Druckschrift und unterscheidet zwei Hauptarten: 1) Renaissance⸗ oder Mediäval⸗ (mittelalterliche) A. (Schriftprobe), 2) Antiqua (Schriftprobe), beide in verschiedenen Größen, in verschiedenem huliher St der Habf zur Breite, sowie in gewöhnlicher Stärke, halbfett und fett, und einfach oder verziert. Die A. hat ihren Namen von den antiken röm. Kapitalbuchstaben, mit denen ihre Großbuchstaben übereinstimmen. Die Kleinbuchstaben der A. sind die verfeinerten Formen der in Urkunden 2 Aan des Kleinbuchstaben der vorgot. Zeit. Bis Anfang des 19. Jahrh. war die Renaissance-A. unter der einfachen Bezeichnung „Antiqua ausschließlich im Gebrauche und wurde dann durch die neue Form der A. 2) welche man irrtümlich für eine Verbesserung hielt, verdrängt. Da auch diese neue Form mit „Antiqua » bezeichnet wurde, so mußte später die frühere Form der Unterscheidung wegen die Beinamen erhalten. In neuerer Zeit neigt der allgemeine Geschmack wieder mehr der Renaissance-A. zu. Das erste in Rom gedruckte Buch Cicero ad familiares o, gedruckt von Sweynheym u. Pannartz im J. 1467, ist zugleich das erste in ausgebildeter A. (Renaissance-A.) eienten di Druckwerk. Klassische Vollendung erhielten die Druckbuchstaben der A. gegen Ende des 15. Jahrh. durch Aldus Manutius d.). Die nach rechts geneigte Form der A.⸗ Großbuchstaben in Verbindung mit Kleinbuchstaben, welche der Kurgwannt lat. Schreibschrift ähnlich sind, heißt Kursipschrift (. d.). ö‚