FeedAntonienhütte
ErdkundeBrockhaus 1882

Antonienhütte, Hüttenort im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, Kreis Kattowitz, 10 Em im SSW. von Beuthen, 3 Em von der Klodnitz, berg. (1880) 4838 C., welche meist vom Steinkohlenbergbau und Hüttenbetrieb leben. Außer den ansehnlichen Kohlengruben hat dieses Besitztum der Grafen Rintwe von Donnersmarck große Zinkhütten, eine inkweiß⸗ und eine Schamottefabrik und Ziegeleien. Antonina, die schöne und schlaue Tochter eines byzant. Cirkuskutschers, die mächtige Hofdame und Jastmman der Theodora, der Gattin des Kaisers ustinian I., hat ihren histor. Namen als die Gattin des Feldherrn Belisar gewonnen. Aus einer frühern Ehe stammte außer andern Kindern ein Sohn, Namens Photius. A. war wie die Kaiserin ein Weib von männlichem Geiste; herrisch und zu aller Art Intriguen geneigt, unterstützte sie die Frevelthaten Theodoras und gewann dafür deren Hilfe bei der Befriedigung ihres Hasses gegen ihre Feinde und noch mehr bei der vollständigen Unterjochung Belisars, der übrigens jünger war als A., unter ihren Willen. Ihr eigener Sohn Photius, der die Untreue der Mutter an Belisar verraten hatte, entging nur mit Mühe nach grausamer Verfolgung dem Untergange durch Eintritt in das Mönchtum. Auf der andern Seite hielt auch A. 4 zu ihrem Gatten. Sie begleitete r stets auf seinen Feldzügen, unterstützte seine Kriegführung und Diplomatie namentlich in Italien durch I Findigkeit und Schlauheit, und vertrat seine Interessen im Palast zu Konstantinopel. Als Belisar im März 565 gestorben war, nahm der Kaiser einen großen Teil seiner Güter an sich. A. stiftete von dem ihr zugefallenen Teil des Vermögens ein Kloster.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 733Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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