FeedAntoninus
ReligionBrockhaus 1882

Antoninus, der Heilige, geb. 1389 zu Florenz, trat 1405 in den Dominikanerorden, war Prior mehrerer Klöster, wurde 1446 zum Erzbischof von Florenz ernannt, wo er in einer Zeit Hungern Leiden, besonders während des Pest⸗ und Hungerjahres 1448 und bei dem schweren Erdbeben 1453 als eifriger Prediger, gewissenhafter Seelsorger, unermüdlicher Wohlthäter der Armen, höchst segensreich wirkte bis an seinen Tod, 2. Mai 1459. Papst Hadrian VI. kanonisierte ihn 1523; der 2. und 10. Mai sind seinem Gedächtnis gewidmet. Unter A. Schriften (gesammelt von Mamachi und Remedelli, Flor. 1741) sind hervorzuheben: Summa theologica (4 Bde., Nürnb. 1477— 79) und die 734 Antoninus Pius (röm. Kaiser (Summa historialis o (3 Bde., Nürnb. 1484), eine allgemeine Chronik. ntoninus Pius (Titus Aurelius Fulvus Bojonius Arrius), röm. Kaiser, 138 —161 n. Chr., geb. 86, gehörte einer aus Nemausus in Gallien stammenden 9913 1 an. Sein Großvater, Titus Aurelius Fulvus, hatte das Konsulat (und die Stadtpräfektur) bekleidet, und 120 gelangte auch er zu dieser Würde. Er war einer von den Konularen, welche Hadrian an die Spitze der von ihm in Italien gebildeten vier Gerichtssprengel stellte; dann ging er 128 als Statthalter nach Asien. Von seiner Gemahlin Faustina hatte er vier Kinder; alle starben früh bis auf Faustina, des Mare Aurel nachmalige Gattin. Von Hadrian ward er 25. Febr. 138 an Kindesstatt angenommen, wogegen er wiederum den L. Verus und M. Annius Verus (Marc Aurel) adoptierte. Im Juli desselben Jahres bestieg er als Imperator Cäsar Titus Älius Hadrianus Antoninus Augustus den Thron. Unter ihm war das Reich ruhig und glücklich. Seine weise Sparsamkeit heher ihn in den Stand, überall zu spenden und zu helfen und doch einen großen Schatz anzusammeln. Er führte nur wenige Kriege an den fernsten Grenzen, doch erweiterte er in Britannien das röm. Gebiet und steuerte zugleich durch Aufführung eines neuen Walles nördlich von dem, welchen Hadrian gezogen, auf der einst von Agricola befestigten Landenge zwischen Forth und Clyde den eu schott der räuberischen Stämme, die damals in den schott. Hochlanden wohnten (140—145). Auch außerhalb der Grenzen des Reichs genoß er das höchste Ansehen. Den Beinamen Pius erhielt er nach der wahrscheinlichsten Angabe, weil er, als nach dem Tode Hadrians der Senat siehen die übliche Ehre der Vergötterung nicht zugestehen wollte, die Ausführung dieser Absicht verhinderte. A. starb 7. März 161. Seine Asche ward in dem Grabmale Hadrians beigesetzt. Von der Säule, die ihm seine Adoptivsöhne errichteten, deren Schaft aber nicht wie der der Trajanssäule und der sog. Antoninussäule mit Reliefs geschmückt war, ist nur noch das in den Garten des Vatikans versetzte Fußgestell vorhanden. Die sog. Antoninussäule, die noch jetzt die nach ihr benannte Piazza Colonna in Rom ziert, ist die-I. M. . B. vom Senat dem Kaiser Mare Aurel (. M. A. V. Antoninus) wegen seiner Siege uüber die Markomannen errichtet ward. Vgl. Sievers, Studien zur 14• der röm. Kaiserzeity Gerl. 1870); Bossart und Müller, „Zur Geschichte des Kaisers A. » (Lpz. 1868). liber die sog. Itineraria Antoniniv, s. Itinerarium.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 733Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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