Antraignes (Emanuel Louis Henri Delaunay, Graf d'), franz. Publizist und Diplomat, geb. in Ville-Neuve de Berg (Depart. Ardeche) um 1755, dieselh anfangs die militärische Laufbahn, mußte dieselbe aber wegen eines verweigerten Duells verlassen. Von einer Reise nach der Türkei zurückgekehrt, schrieb er ein von schrankenlosem Freiheitssinn beseeltes Mémoire sur les Etats-généraux, leurs droits et la manière de les convoquery (1788). Als A. 1789 als Deputierter in die Generalstaaten abgeordnet wurde, gehörte er jedoch zu den Verteidigern des Erbadels und des königl. Veto, worauf er 1790 aus der Versammlung austrat. A. verließ hierauf Frankreich und lebte teils in Wien, teils in Petersburg, wo er zur griech. Kirche übertrat und vom Kaiser Alexander zum Staatsrat ernannt und in diplomatischen Angelegenheiten nach Dresden geschickt wurde. Hier chrieb er die merkwürdige Schrift gegen Bönaparte: «Fragment du 18 livre de Polybe, trouvé sur le mont Athosv, welche die lach Regierung zu seiner Entfernung zwang. Nach seiner Rückkehr nach Rußland fand er Mittel, Kenntnis von den geheimen Artikeln des Tilsiter Friedens zu erhalten, ging damit nach England und teilte sie dem dortigen Ministerium mit, wodurch sein Einfluß so bedeutend wurde, daß Canning in den Frankreich betreffenden Angelegenheiten nichts ohne seine Ratschläge that und ihm eine reiche 2. aussetzte. Trotz seiner Anhänglichkeit und geheimen Thätigkeit für die Bourbonen gelang es ihm doch nicht, das volle Vertrauen Ludwigs XVIII. zu gewinnen. Am 22. * 1812 wurde A. mit semer Gattin in dem dorfe Barne bei London durch seinen Bedienten, einen Italiener, ermordet, der sich gleich nach der That selbst erschoß.