FeedArnault (Antoine Vincent)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Arnault (Antoine Vincent), franz. Dichter, geb. zu Paris 1. Jan. 1766, erwarb sich zuerst einen Namen durch die Tragödien Marius à Minturnesv (1791) und Lucrèced (1792). Nach den Septemberscenen von 1792 begab er sich nach England und von da nach Brüssel. Bei als Rückkehr 1793 als Emigrant verhaftet, doch als Verfasser des Mariuso wieder r Draanis⸗ wurde er 1797 von Bonaparte mit der Organisierung der Jonibes Inseln beauftragt. Er wurde 1799 Mitglied es Instituts, 1805 Vizepräsident desselben und 1808 beisitzender Rat und Generalsekretär des Universitätsrats. Gleichzeitig war er Mitarbeiter am Dictionnaire de 'Académien. Nach der zweiten Restauration mußte er flüchten und wählte Brüssel u seinem Aufenthaltsorte, von wo er jedoch im ov. 1819 zurückkehrte. Mit Jouy, Jay und Norvins unternahm er die Biographie nouvelle des contemporains o (20 Bde., Par. 1820 — 25). Für das Werk Vie politique et militaire de Napoléono (3 Bde., 1822) bedachte Napoleon ihn in seinem Testamente mit einem Legate von 100000 Frs. A. wurde 1829 wieder in die Akademie aufgenommen und nach Andrieux' Tode 1833 zu deren beständigem Sekretär ernannt. Einen Teil seiner reichen Erinnerungen veröffentlichte er unter dem Titel „Les souvenirs d'un sexagénaire (4 Bde., 1833). A. ber d zu Goderville bei Havre 16. Sept. 1834. Außer den angeführten Dramen sind noch zu erwähnen: „Les Vénitienso (1799), seine beste Tragödie, «Guillaume de Nassaup (1826), ausgezeichnet durch die Charakteristik Philipps II., XLes Guelfes et les Gibelinso (1828). Die Aufführung seines aus dem Exil von Belgien an das Theane Frangais eingeschickten Germanicusy (1817) hatte eine stürmische Demonstration der Liberalen zur Folge, weshalb eine fernere Darstellung desselben untersagt wurde. Auch veröffentlichte er Fables et poésies (1812; neue Aufl. 1826) und Fables nouvelleso (1833). Den neuen litterarischen Richtungen, besonders der Schule V. Hugos, Lamartines und Mussets, gegenüber vertrat A. stets den franz. Klassizismus. Seine 4Oeuyres v erschienen zuerst in vier Bänden (Haag 1818), dann in acht Bänden (Par. 1824 — 27). — Von seinen Söhnen hat sich der älteste, Emile Lucien A., geb. zu Versailles 1. Okt. 1787, ebenfalls als Dichter bekannt gemacht. Derselbe versah schon 1810 die Stelle eines Intendanten der Illyrischen Provinzen und war während der Hundert Tage Präfekt. Besondern Beifall erwarb er sich durch seine Tragödie Réguluso, die 1822 aufgeführt ward. Minder günstige Aufnahme fanden die Tragödien „Pierre de Portugalo (1823), Le dernier jour de Tibère (1828), sowie die histor. Dramen 4Catherine de Médicis aux Etats de Bloiso — 4„Gustave-Adolphe (1830). Von der Juliregierung wieder in den Staatsdienst berufen, trat er seit der Revolution von 1848 ins Privatleben und starb 24. April 1863 zu Paris. Eine Gesamtausgabe seiner dramatischen Werke besorgte Francois (2 Bde., Par. 1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 935Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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