FeedApfel
PflanzenreichBrockhaus 1882

Apfel, Apfelbaum. Der Apfelbaum, eine Art der Gattung Pirus (s. d.), von Linné P. Malus genannt, kommt wild, verwildert und angebaut vor und unterscheidet sich von andern Arten der genannten Gattung durch eine sich tafelförmig absoßende Borke, durch die große, weitästige, rundliche oder ganz unregelmäßige Krone, durch die breit-eiförmigen, drüsiggekerbten, unterseits wolligen Blätter, die in aein zu drei bis sechs zu doldenartigen Büscheln gesammelten wohlriechenden Blüten, deren Blumenblätter auswendig oft rosa⸗ oder purpurrot, selten ganz blaßrosa gefärbt sind, und die oben eingedrückte und am Grunde genabelte Frucht, deren Kernhaus (Gröbs) aus fünf, von dünnen, weichen, pergamentartigen Wandungen umgebenen, geräumigen Fächern besteht, von denen ein jedes zwei lose nebeneinander liegende und deshalb beim Schütteln in dem Fache oft klappernde Samen (Kerne) enthält. Der in Laubwaldungen Mittel⸗ und Südeuropas wachsende wilde oder 5. Holzapfelbaum tritt häufiger strauch⸗ als baumartig auf, wird jedoch zu einem ansehnlichen, bis 16 m hohen Baume und unterscheidet sich von dem kultivierten oder zahmen Apfelbaum durch dornspitzige Zweige und kleine, kugelige, zusammenziehend sauer oder fade-süßlich schmeckende, kaum genießbare Früchte mit weißem Fleische, ist aber jedenfalls als die Stammpflanze der meisten kultivierten Apfelsorten zu betrachten. Übrigens dürfte dieser Baum, trotz seiner weiten Verbreitung in mehrern Wäldern in Europa selbst nicht heimisch sein, sondern, gleichwie die meisten Obstsorten, aus dem westl. Asien stammen. Hierauf scheint auch die Thatsache n Aufel ten, daß in keinem Lande Europas die wilden Apfel- und Birnbäume so häufig in den Wäldern auftreten wie im südl. Rußland, wo sie einen bedeutenden Gemengteil der Laubwälder bilden. Der wilde Apfelbaum tritt in drei Formen auf, welche manche Botaniker als eigene Arten betrachtet haben: 1) Malus acerba DOC., mit kahlen Blättern und Zweigen und grünen, herben, holzigen Früchten; 2) Malus dasyphylla Borhl., mit wollig-filzigen Blättern, Blütenstielen und Kelchen und ebenfalls grünlichen, herben, holzigen Früchten; 3) Malus praecox Borth., von vorhergehender Form durch gelbliche, süßliche, meist holzige Früchte verschieden. Letztere Art soll identisch sein mit dem häufig kultivierten oder in Hecken halbverwildert vorkommenden, meist strauchigen Heck⸗, Zaun⸗ oder Splittapfel (Malus pumila Mill.), dem echten Paradiesapfel Linnés. Diese strauchige, nach C. Koch von Südostrußland durch den Kaukasus und die Tatarei bis in den Altai verbreitete Art benutzt man gern als Unterlage zur Zucht von Spalier⸗ und Zwergapfelbäumen. Außer diesem Wildling kommen in den Umgebungen von Dörfern, in Hecken und an Waldrändern oft verwilderte Kahnum Ule vor, welche sich von dem zahmen Apfelbaum bloß durch eine Frichte, Krone, kleinere Blätter, Blüten und rüchte, letztere meist von hartem, sauerm, doch genießbarem Fleisch, unterscheiden, indem sie sonst mit den kultivierten Wuhereucs del namentlich beüglich des wollfilzigen Überzugs der jungen Zweige, er Knospen, Blätter und Kelche, übereinstimmen. Der zahme Apfelbaum, von welchem durch eine mehrtausendjährige Kultur eine Unzahl von ormen und Sorten entstanden sind und von den bstzüchtern ununterbrochen neue Sorten erzogen werden, ist unbestritten die wichtigste Obstart Europas, ja der ganzen Alten Welt, und seine Kultur unter allen Obstbaumkulturen die verbreitetste und ausgedehnteste, indem er gegenwärtig sogar in Australien, Ost- und Westindien, am Kap der Guten Hoffnung und in den Gebirgen des tropischen Amerika, im gemäßigten und kalten Nordamerika sogar sehr häufig gebaut wird. Man kann daher sagen, die Kultur des Apfelbaums sei fast über die ganze Erdoberfläche, soweit solche von civilisierten Völkern bewohnt ist, verbreitet. Immerhin aber wird der Apfelbaum in Europa, besonders in Mitteleuropa, am häufigsten kultiviert, und Europa ist derjenige Weltteil, welcher alle übrigen vorzugsweise mit Apfeln versorgt. Der Apfelbaum eignet sich mehr als irgendein anderer Obstbaum zum Anbau unter den verschiedenartigsten Standortverhältnissen; auch erfordert seine Kultur weniger Mühe und Sorgfalt als die der meisten übrigen Obstbäume. Gute Sorten von Apfeln können jedoch nur durch sog. Veredlung, nämlich durch übertragung von Pfropfreisern oder Augen (Knospen) edler Werden auf die Stämme von Wildlingen erzielt werden, da aus den Samenkörnern selbst der feinsten Apfelsorten in der Regel nur ein dorniger, sauere Früchte hervorbringender Apfelbaum, d. . ein m geiehrt, day hervorgeht. Die Erfahrung hat nun gelehrt, daß es besser ist, aus Kernen des wilden Holzapfels gezogene Stämmchen zu veredeln als solche, welche aus Kernen des zahmen Apfelbaums erwachsen sind. Daraus ergibt sich die hohe Wichtigkeit des wilden Apfelbaums unserer Wälder für die Apfelbaumzucht. Die zahllosen Spielarten und Sorten des zahmen Apfelbaums werden vorzüglich nach der Gestalt und Farbe der Frucht unterschieden. Letztere gehört zu dem sog. Kernobst (s. d.). Ihre verschiedenen Formen u. s. w. haben eine Menge von Versuchen veranlaßt, sie nach ihren Merkmalen zu klassiftzieren, wie denn überhaupt der Apfelbaum den wichtigsten Gegenstand der gesamten pomologischen Litteratur bildet. Das jetzt fast ganz allgemein angenommene und zweckmäßigste System ist das durch E. Lucas in Reutlingen abgeänderte und erweiterte Dielsche. Die 15 Klassen dieses Apfelsystems sind folgende: 1) Kalvillen, meist mittelgroße, hochgebaute, gegen den Kelch hin fast stets sich verjüngende Früchte mit mehrern der Länge nach laufenden, mehr oder weniger deutlichen Rippen. Die zarte, glatte, beduftete, zur Zeit der Reife fettige Schale umschließt ein lockeres, aromatisches, nach Erdbeeren oder Himbeeren schmeckendes Fleisch. Die anerkannt besten der vil (A gehörigen Sorten sind: Roter Sommer-Kalvill (Aug. bis Sept.), roter Herbst-Kalvill (roter Himbeerapfel, Sept. bis Okt.), Gravensteiner (Sept. Nov.), Gewürz-Kalvill (Sept. bis Okt.), gestreifter Herbst-Kalvill (Okt. bis Dez.), gelber Richard (Nov. bis Jan.), Kalvill von Saint-Sauveur (Nov. e bis März), weißer Winter-Kalvill (Nov. bis März), l roter Winter-Kalvill (Dez. bis März), Garibaldi r (Jan. bis März). 2) Schlotteräpfel, meistens ziemlich große t Apfel mit sehr großem, offenem Kernhause, ziem lih derber, nie fettiger Schale und ziemlich grobem Fleische von meistens gar nicht Rhren Eom Geruch und Geschmack. —5 gehören: Sommer-Gewürzapfel (russ. Eisapfel, Juli bis Aug.), Prinzenapfel (Sept. bis Nov.), lotterapf chafnase (Sept. bis Ott.), Millets Schlotterapfel (Okt. bis Nov.), roter Zollker (Dez. bis Jan.), Sulinger Grünling (Nov. bis März). ö 3) Gulderlinge, kaum mittelgroße Apfel von bisweilen kalvillenartiger, häufiger aber kegel⸗ oder walzenförmiger Gestalt, mit offenem Saucclen e und festem, feinkörnigem, weißlichem, bisweilen etwas füßem Fleische und in der Regel grünlich-gelber, glatter, öfter un die af Schale. Die geschätztesten Sorten sind: H5e ie Tafel Gold-Gulderling (Nov. bis Jan.), gelber Bellefleur (Nov. bis März), für Haushaltungszwecke: Langer grüner Gulderling (Okt. bis Dez.), Königsapfel von Jersey (Okt. bis Dez.), 11105 Holaart (Okt. bis Dez.), grüner Kartäuser (Nov. bis April), Loskrieger (Herrenapfel, dauert vom Winter bis zum nächsten Herbst), Boikenapfel (vom Winter bis in den Sommer hinein). 4) Rosenäpfel, den Kalvillen ähnlich gebaut, aber regelmäßiger, wie diese mit Längsrippen. Die feine,‚ atte, am Baume beduftete Schale umgibt ein lockeres, weiches, häufig in der äußern Schicht gerötetes Nasc von süßlich-gewürzhaftem Geschmacke. Am geschätztesten folgende Sorten: Weißer Astrachan (Cikatapfel, Juli bis Aug.), roter Astrachan (Juli bis Aug.), roter Margaretenapfel (Juli bis Aug.), kleiner Favoritapfel (Juli bis Aug.), Charlamowski (Aug.), virgin. Rosenapfel (Juli bis Aug.), pfirsichroter Sommerapfel Aug. bis Sept.), belg. osenapfel (Sept. bis Okt.), Cludius' Herbstapfel (Sept. bis Okt.), Sommerrabau (Sept. bis Okt.), Moringer Rosenapfel (Sept. bis Okt.), roter Herbst-Taftapfel (Herbst), Langtons Sondergleichen (Herbst), 5 Gewürzapfel Herbst), Schmelzling (Herbst), orgenduftapfel (Herbst), 11. Kantapfel (Herbst und Winter); 1eris drů Welten (Winter), Wagners Apfel (Winter bis Frühjahr), purpurroter Cousinot (Winter). 5) Taubenäpfel, meist kleine, regelmäßig, fast walzen⸗ oder kegelförmig gebaute, leicht beduftete Früchte mit Wicenn feinkörnigem, saftigem Fleische von eigentumlich gewürzhaftem Geschmacke. .— zu werden verdienen: Lucas' Tauben20 el (Sept. bis Okt.), Credes . (HSerbst, inter), roter Jungfernapfel (Nov. bis Dez.), Schieblers Taubenapfel (Nov. bis Febr.), engl. Taubenapfel (Nov. bis Febr.), Oberdiecks Tauben-Win (Dez. bis apfeb lantapfel (Winter), weißer inter-Taubenapfel (Winter), roter Winter-Tauagselo (Winter). Der weiße und rote Rosmarinapfel sowie der Edelrote gehören ebenfalls in diese Klasse, erreichen jedoch im Klima Deutschlands nie den ausgezeichneten Geschmack der aus Oberitalien und Südtirol importierten Früchte dieser Sorten. 6) Pfundäpfel oder Rambure, meistens sehr große Früchte, von oft kalvillenartigem Bau, mit in der Regel ungleichen Hälften und mit flachen Rippen. Die Schale ist glatt, derb und glänzend, Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. ohne fettig zu sein, das Fleisch grobkörnig, ziemlich locker, weiß, von vorherrschend säuerlichem, selten von s chwach gewürzhaftem Geschmack. Nicht immer ist das Kernhaus groß und offen. Geschätzte Sorten sind: Kaiser lexander (Sept. bis Okt.), roter Kardinal (Herbst und Winter), Pleißener Rambur (Herbst un inter), Hausmütterchen (Winter), Gloria mundi (Winter), Lütticher Rambur (Winter bis März). Die Rambure zählen zu den ge7) Rambur-Renetten. Dieselben machen den Übergang zwischen Kalvillen und Ramburen und ähneln bald mehr den einen, bald mehr den andern. Im allgemeinen erreichen sie eine ziemliche Größe und haben in der Kelcheinsenkung Falten, welche auf der Oberfläche rippenartig verstärkt erscheinen. Die Frucht hat eine ziemlich derbe, mehr oder weniger rostspurige, bisweilen ganz glatte Schale und abknackendes, bald fein⸗, bald grobkörniges weißes Fleisch von dem süß-weinsäuerlichen Geschmack der Renetten. Zu den geschätztesten Sorten dieser Klasse gehören folgende: Edelrenette (Winter bis März), Gays Renette (Winter bis März), kalvillenartige Renette (Winter bis März), London-Pepping (Winter bis März), Grünling von Rhode-Island (Winter bis Mai), Luxemburger Renette (Winter bis Mai), Goldzeugapfel (Winter bis Mai), Canada⸗ oder Pariser Rambur-Renette (Winter bis Mai). 9) Einfarbige oder Wachsrenetten, meist nur mittelgroße, regelmäßig gebaute, walzenförmige, runde oder plattrunde, vorherrschend gelbe, auf der Sonnenseite wenig oder gar nicht gerötete Früchte. Schale glatt und glänzend oder etwas rostspurig. Fleisch gelb, fest, feinkörnig, von charakteristischem Renettengeschmack. Von den hierher ge-Deursch Sorten verdienen die weiteste Verbreitung: eutscher Goldpepping (Dez. bis März), Renette von Breda (Dez. bis März), Downton-Pepping (Winter), Ananas-Renette (Winter), Oberdiecks Renette (Winter), Landsberger Renette (Winter), Kasseler gelbe Renette (Winter bis Mai) u. a. 9) Borsdorfer Renette, kleine und mittelgroße Apfel von runder oder plattrunder Gestalt, mit glatter, glänzender, seltener mit Rostanflug, häufiger mit Warzen besetzter gelber, oft rot verwaschener, aber bisweilen auch rot gestreifter Schale. Fleisch s ehr fein und fest, von charakteristischem Geschmack. Kernhaus fast stets geschlossen. Geschätzte Sorten sind: Cludius' Borsdorfer (Dez, bis Mai), Weilburger (Winter), Pomeranzenapfel (Winter), Engelberger (Winter), Zwiebelborsdorfer (Winter), Edelborsdorfer, in osterreich Maschansker (Winter bis Frühjahr), Glanzrenette (Winter bis Sommer). 10) Rote Renetten, verschieden nach Gestalt und Größe, gelblich oder gelb, auf der Sonnenseite prächtig rot gefärbt oder in Form von Streifen gedeckt. Die Röte setzt sich oft unter der Schale fort. Schale glänzend und glatt, selten rostspurig, auf der roten Seite fast niemals. Fleisch abknackend, feinkörnig, fest, Nener etwas mürbe, gelblich, von sehr würzigem Renetten eschmack. Der weitesten Verbreitung wert sind folgende Sorten: Sommerparmäne (Sept. bis Okt), Scharlachparmäne (Sept. bis Okt.), Barcelöna-Parmäne (Herbst bis Frühjahr), rote Sternrenette (Okt. bis Nov.), Woltmanns Renette (Okt. bis März), Gaesdonker Renette (Winter), rötliche Renette (Winter), Muskat-Renette (Winter), Karmeliter⸗ oder Forellen-Renette (Winter bis Frühjahr), Baumanns Renette (Winter), roter Tiefbutzer (Winter bis Sommer), Loans Parmäne⸗ oder Limonen-Renette und Staaten-Parmäne (beide Winter bis Sommer). 11) Graue Renetten, Lederäpfel, regelmäßig gebaute von kugeliger, bisweilen plattrunder oder auch länglicher Gestalt. Die grünlich-gelbe Grundfarbe erscheint in der Regel von grauem, rauh anzufühlendem Rost gedeckt. Fleisch 265 fein, markig und von echtem Renettengeschmack, bisweilen fenchelartig gewürzt (Fencheläpfel). Diese Renetten haben Neigung zum Welken und müssen deshalb möglichst lange am Baume hängen bleiben. Beliebte Sorten sind: Graue Herbst-Renette (Herbst und Winter), Burchardts Renette (Herbst bis Winter), Charakter-Renette (Herbst bis Winter), Goldmohr (Winter), Carpentin (Winter), engl. Spital-Renette (Winter), graue franz. Herbst-Renette (Winter), grauer Kurzstiel (Winter), Parkers Pepping (Winter), Osnabrücker Renette (Winter bis Frühjahr), Renette van Mons (Winter bis Frühjahr). 12) Goldrenetten, meistens mittelgroße, selbst große Früchte von goldgelber Farbe, die auf der Sonnenseite oft vollständig durch Rot oder rote Streifen gedeckt wird; in der Deckfarbe treten oft zahlreiche Rostfiguren auf. Das gelbliche Fleisch feinkörnig, ziemlich fest, nie mürbe werdend, von eigenartigem Geschmack. Kelchhaus bald offen, bald geschlossen. Zur allgemeinen Anpflanzung sind zu empfehlen: Winter-Goldparmäne (Herbst bis Winter), Goldrenette von Blenheim (Winter), Harberts Renette (Winter), Ribston-Pepping (Winter), Orléans-Renette (Winter), königl. Kurzstiel (Winter), große Kasseler Renette (Winter bis Frühjahr), Hoyasche Goldrenette (Winter bis Frühjahr). 13) Streiflinge, Früchte verschiedener Gestalt, mit weißem, oft fade, selten weinsäuerlich schmeckendem Fleische. Das durchgehende Merkmal besteht in der Streifung der Schale. Sie sind dem größten Teile nach Wirtschafts⸗, besonders Mostäpfel. Die beliebtesten Sorten sind: Roter Trierscher Weinapfel (Okt. bis Dez.), Luikenapfel (Herbst bis Winter), Baschesapfel (Herbst bis Winter), Schaffelder (Winter bis bis Zul weißer und brauner Matapfel (Winter bis Frühjahr), Hochstetter (Winter bis Iichen Rüe Junenapfel (Winter bis Frühjahr), Trierscher Rieslingsapfel (Winter bis Frühjahr), großer und kleiner l Ein I (Winter bis Sommer), roter Eiserapfel (ein Jahr dauernd) u. s. w. 14) Spitzäpfel, Früchte von hohem Bau und länglich-oder abgestußt⸗ En Gestalt; sie sind niemals gestreift. Erwähnung verdienen folgende Sorten: Königin-Luisen-Apfel (Okt. bis Nov.), Königsfleiner (Okt. bis Nov.), großer und kleiner Winterfleiner (Herbst bis Winter). 15) Plattäpfel, von plattrunder oder kugeliger Gestalt. Fleisch gewöhnlich ziemlich fest, dabei grobkörnig, von oft fadem, höchstens weinsäuerlichem, selten gewürztem Geschmack. Schale glatt, oft schön gefärbt, aber ohne alle Streifen. Zu den bessern Sorten gehören: Ebners Taftapfel (Herbst bis Winter), weißer Winter-Taftapfel (Herbst bis Winter), gelber Edelapfel (Herbst bis Winter), ie i ommer), grüner Fi ie Zucht des Apfelbaums wird vorzüglich in Deutschland, Böhmen, Südtirol, Danemard 3land, Frankreich und Nordspanien betrieben. Seine Früchte sind das gesündeste und wohlschmeckendste Obst. Ihre Benutzung im —1 und getrockneten (gebackenen) Zustande, roh und Cabche⸗ als Mus oder Brei, zu Suppen, Puddings, Salaten und Kompotts, Kuchen und anderm Backwerk u. s. w. ist all-Bereit gebräuchlich. Außerdem wird der Apfel zur ereitung von Cider (Apfelwein), Essig und (3. B. in Schwaben und in der Schweiz) Branntwein verwendet. Der Cider (s. d.) bildet in manchen Gegenden das schen Provin tägliche Getränk, so z. B. in den baskischen Provinzen Spaniens und in Asturien. Der aus dem Apfel gepreßte Saft, woraus der Wein gemacht wird, enthält Apfelsäure (s. d.), Weinsäure, Traubenzucker, Dertrin, Gummi, Eiweißstoffe, Schleim, selbst Stärkemehl u. a. m. Deshalb erquickt der Genuß des Apfels nicht nur, sondern nährt auch. Aus diesem Grunde wird er auch zu mediz. Zwecken, namentlich zur Bereitung von erquickenden Getränken benutzt oder im gekochten Zustande den Kranken geeben. Hierzu eignen sich vorzugsweise die weinsrclcen Apfel, wie z. B. die Borsdorfer, grauen enetten und Stettiner. Ferner benutzt man den Saft der Apfel zur Bereitung einer Salbe oder Pomade (unguentum pomadinum), welche als linderndes Mittel bei aufgesprungener Haut und andern Hautübeln dient. Das sehr feste, feinfaserige, braunrötliche Holz eignet sich, da es sich gut bearbeiten läßt und eine schöne Politur annimmt, zu Möbeln, Gerätschaften und Schnitzwerken, ist jedoch weniger geschätzt als das Birnbaumholz. Apselfeucht Apfelessenz, s. Apfelöl.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 752Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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