Apfelfrucht (pomum) heißt in der beschreibenden Botanik die Frucht der danach benannten Familie der Pomaceen (s. d.), zu welcher unsere sämtlichen Kernobstarten gehören. Diese sehr verschiedenartig geformte Frucht entwickelt sich nach dem Verblühen aus der Kelchröhre oder richtiger der hohlen, becher⸗ oder krugförmigen Blütenachse, welche während der Blütezeit auf ihrem obern Rande die Blumenblätter und Staubgefäße, innerhalb derselben Stempel oder Pistille trägt. Nach der Blütezeit verdickt sich nämlich die Wandung dieser hohlen Blütenachse sehr bedeutend und nimmt eine fleischig-saftige Beschaffenheit an, und so bildet sich aus ihr der genießbare Teil des Apfels, der Birne u. s. w. Auf dem Scheitel der e vollkommen verwachsenen und geschlossenen Fleischhülle befindet sich stets noch der ehemalige eigentliche Kelch in Form eines vertrockneten oder (selten, z. B. bei der Quitte, wo der Kelch nach dem Verblühen noch bedeutend vergrößert und eine blattartige Gestalt annimmt) grünen, krautigen Krönchens. Das im Innern der Frucht befindliche sog. Kernhaus ist die eigentliche Frucht, hervorgegangen aus den im Innern der hohlen Blütenachse eingeschlossenen Fruchtknoten. Je nachdem sich aus diesen ein⸗ bis mehrsamige Kapseln (bei den Apfeln, Birnen, Quitten), oder ein⸗ bis zweisamige Steinkerne (bei der Mispel) entwickeln, teilen sich die Apfelfrüchte in kapselfrüchtige Poma capsulata) und steinfrüchtige Poma putaminata). Wissenschaftlich betrachtet, gehört die Frucht der Pomaceen zu den beerenartigen Scheinfrüchten (s. Frucht), weil sie in der Hauptsache nicht von dem Fruchtknoten, sondern aus einem andern Teile der Blüte, welcher in der Regel bei der Fruchtentwickelung sich gar nicht beteiligt, gebildet wird. Die Ansicht Okens, nach welcher die A. die vollkommenste Fruchtform sein soll, weil dieselbe die Totalität aller Blütenteiler umfasse, ist, abgesehen davon, daß diese Behauptung nicht auf Wahrheit beruht (denn nur die Blütenachse beteiligt sich außer den Stempeln mit an der Bildung der Frucht), nicht stichhaltig, da in der botan. Morphologie das Gesetz gelten muß: wo eine Verwachsung von ursprünglich getrennten Teilen vorkommt, ist die Organisation der Pflanze unvollkommener, als wo solche Teile getrennt bleiben und sich frei, ungehindert entwickeln können. Nun aber sind zur Zeit der Blüte der Pomaceen die Stempel von der sich gewandung der hohlen Blütenachse und unter sich getrennt und verwachsen erst später untereinander und mit der Blütenachse. Die Stein⸗ und Beerenobstarten (mit Ausnahme der Erdbeere) sind in morphologischer oiet und oi sicher vollkommenere Früchte als der Apfel und die Birne.