FeedApollonius
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Apollonius von Perga (in Pamphylien), neben Euklid und Archimedes einer der Begründer der mathem. Wissenschaften im 3. Jahrh. v. Chr., bildete sich zu Alexandrien, wo er um 210 v. Chr. lebte. Sein Hauptwerk handelt von den Kegelschnitten (De sectionibus conicis libri octop), von welchem vier Bücher in griech. Sprache, die drei folgenden in arab. Übersetzung vorhanden sind, das achte aber verloren ist. Von einer zweiten Schrift des A. ist nur eine arab. Übersetzung auf uns gekommen. Da man jedoch noch den Bericht des Pappos (s. d.) über den derschi mathem. Werke des A. besitzt, so versuchten verschiedene Gelehrte in neuerer Zeit, wie Fermat, Halley, Simson, Lawson, Diesterweg, Paucker, die Wiederherstellung der verloren gegangenen Schriften. Die beste Ausgabe des Werks über die Kegelschnitte lieferte Halley (Oxf. 1710), eine deutsche Bearbeitung Balsam (Berl. 1861). (pollonius von Rhodus, Dichter und Grammatiker, geb. um 270 v. Chr. zu Alexandrien, nach andern zu Naukratis, begab sich, da seine von der herrschenden alexandrinischen Dichtungsweise weit abweichenden Argonauticao keinen Beifall gefunden und er dadurch in erbitterte Feindschaft mit seinem Lehrer Kallimachos geraten war, nach Rhodus. Dort überarbeitete er die Argonautica und erwarb als Lehrer und Schriftsteller so großen Ruhm, daß die Rhodier ihm das Bürgerrecht erteilten. Später kehrte er nach Alexandrien zurück, wo er nach CEratosthenes Vorstand der Bibliothek wurde. Seine grammatischen Luuf Pr sowie seine andern Dichtungen 11 bis auf Bruchstücke verloren; erhalten sind bloß die Argonautican, ein Gedicht, das von mehr Gelehrsamkeit und Fleiß als Dichtergenie zeugt, wiewohl man einzelnen Stellen poetische Schönheit nicht absprechen kann. Die Römer be-d wunderten dieses Werk, und es wurde von Publius n Terentius Varro übersetzt, von Virgilius im einzelnen und von Valerius Flaccus im ganzen nach-9 geahmt. Reiche Scholien beweisen, daß es mit vie-l lem Fleiße erklärt wurde. Die Ausgabe von Brunck 1 (Straßb. 1780) ließ mit griech. Scholien und eini-r gen Anmerkungen Schäfer nochmals drucken (2 Bde., e Lpz. 1810 — 13). Neue Textrezensionen lieferten Wellauer (2 Bde., Lpz. 1828) und am besten mit den von Keil besorgten Scholien Merkel (Lpz. 1853 —54), deutsche Übersetzungen Willmann (Köln 1832) und Osiander (Stuttg. 1838). —* Weichert, «über das Leben und Gedicht des A.v (Meiß. 1821); Michaelis, De Apollonii Rhodii fragmentiso (Halle 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 766Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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