Apposition eißt in der Grammatik die Hinzufügung eines Substantivs oder eines substantivisch aufzufassenden Adjektivs zu einem andern Substantiv, um dies näher zu bestimmen oder zu individualisieren: z. B. „Mein Bruder, der Arzto; Karl der Großev. Die A. kann selbst wieder näher bestimmt sein, z. B. Lessing, einer der scharfsinnigsten Schriftsteller aller Zeiten v. prét, engl. finishing), in der Technologie die Gesamtheit der Verfahrungsarten, durch welche 2 Fabrikate, wie Leder, Pelzwerk, Papier, insbesondere aber die Gewebe, die ihnen als Handelsware notwendige äußere Beschaffenheit erhalten. Demnach umfaßt die A. der Gewebe im weitesten Sinne auch das Bleichen, Färben, Drucken, Walken, Rauhen sowie das Messen und Legen, während sie im engsten Sinne die aus Kleb⸗ und Füllstoffen bestehende Masse bezeichnet, mit welcher manche Gewebe bestrichen werden, um ihnen Glätte und Glanz sowie den Anschein größerer Dichtheit zu geben. Die Manipulationen, denen die dem Webstuhl entnommenen Stoffe unierworfen werden, sind je nach der Art der letztern und nach der zu erreichenden Wirkung verschieden oder treten doch in verschiedener Reihenfolge und Verbindung auf. Es gehört hierher vor allem das Waschen und Trocknen, das Dämpfen, Sengen und Scheren, das Stärken, Glätten und Pressen. Gegenwärtig werden diese Arbeiten fast ausnahmslos mit Hilfe mechan. Vorrichtungen ausgeführt; die wichtigsten Verfahrungsarten an den dabei zur Anwendung kommenden Maschinen sind folgende. Bei den zur Reinigung der Gewebe dienenden Apparaten, im allgemeinen Was Aahtäden. die genannt, unterscheidet man die Waschräder, die eigentlichen Waschmaschinen und die Krappmaschinen. Das Waschrad ist eine um ihre horizontale Achse drehbare hölzerne Trommel, deren Inneres durch flügelartig gestellte Scheidewände in vier gleich große, unter sich in Verbindung stehende Zellen geteilt ist, in denen sich das Gewebe infolge seiner bei jeder Umdrehung der Trommel stattfindenden fallenden Bewegung sowohl an beß elbst als an den Wandungen reibt und hierbei beständig mit dem durch einen hohlen Zapfen zufließenden Wasser in Berührung kommt, das an der entgegengesetzten Seite seinen amere Stof Dieser Apparat wird denselben für feinere Stoffe angewendet, da durch denselben die —3 ehr geschont wird. Auf der zu diesem Artikel gehörigen Tafel «Appreturmaschinenv stellt Fig. ein Waschrad für Handbetrieb von Pierron u. Dehaitre in Paris dar, bei welchem die Scheidewände durch Röhren gebildet sind, durch deren Zwischenräume das Wasser im Apparate cirkuliert. Die Waschmaschinen sind entweder so konstruiert, daß das Gewebe, der Breite nach ausgespannt, über eine große Anzahl in Wasserkasten liegender hölzerner Leitwalzen läuft, um beim Verlassen jedes Wasserkastens zwischen Quetschwalzen ausgepreßt zu werden, oder so, daß das nasse Gewebe mittels hammerartiger Hölzer geschlagen wird; die letztere Art von Maschinen wird ausschließlich für schwere Stoffe benutzt. In Fig. 2 ist die mit vier Hämmern ausgestattete Patent-Zwillingswaschmaschine der Maschinenfabrik Germania (vormals J. S. Schwalbe u. Sohn) in Chemnitz veranschaulicht, die insbesondere zur Reinigung von Flanellen und wollenen Damenkleiderstoffen dient. Tuche werden, nachdem sie in der Walke ihren wichtigsten Herstellungsprozeß durchgemacht, auch in derselben gewaschen, indem man statt der Walkflüssigkeit reines Wasser durchfließen läßt; diesem Zwecke dient die in Fig. 3 abgebildete Universalwalkmaschine von L. Ph. Hemmer in Aachen. In der Krappmaschine, welche speziell die Aufgabe hat, die Weberschlichte sowie die bei der Verarbeitung der Schafwolle in das Garn und somit in das Gewebe eingedrungenen Fettteilchen energischer und gründlicher zu entfernen, als es durch bloßes Waschen geschehen kann, wird das Zeug e über Leitwalzen durch mit kochender Lauge gefüllte Tröge geführt und zwischen Quetschwalzen ausgepreßt. ů Um die gereinigten Gewebe von dem größten Teile des in ihnen enthaltenen Wassers zu befreien, werden dieselben ausgewunden, ausgepreßt oder ausgeschleudert. In der eigentlichen Auswindemal ine wird das über Haken Kaderaui 8b + artig zusammengedreht. Schonender wirkt die luspreßmaschine, deren obere Walze durch beschwerte Hebel auf die untere drückt. Das Ausschleudern geschieht in der Centrifuge, einer aus durchlochtem Kupferblech bestehenden Trommel, durch deren rasche Umdrehung die Entwässerung sehr weit getrieben werden kann. Fig. 4 zeigt die Centrifugaltrockenmaschine von C. G. Haubold jun. in Chemnitz, deren Welle ihren Antrieb mittels Riemens von einer besondern Dampfmaschine erhält; an der Centrifuge ist eine Bremse angebracht, durch welche die Maschine schnell und sicher angehalten werden kann. Das völlige Trocknen erfolgt auf Dampftrockenmaschinen, doch sind für Stoffe, die ihrer Farbe oder Bes chaffenheit wegen eine hohe Temperatur nicht vertragen, auch die Lufthängen, namentlich aber die Spannrahmen in Gebrauch. Die unvollkommenste dieser orrichtungen ist die Lufthänge, da die wässerigen Dünste aus den als Trockenkammern dienenden geheizten Räumen nur schwer zu entfernen sind. Auf dem Spannrahmen, bei welchem das Trocknen gleichfalls 1585 erwärmte Luft bewirkt wird, sind die Gewebe in horizontaler Ebene befestigt, wodurch zugleich das Eingehen derselben verhindert ist. Fig. 5 zeigt die Spannrahmen⸗ und Trockenmaschine von Moritz Jahr in Gera, bei welcher die durch einen Ventilator angesaugte Luft in einem mit Dampf geheizten Kessel erwärmt wird, den das Gewebe zweimal zu passieren hat. In Fig. 6 ist eine Dampftrockenmaschine, die Appretur⸗ und Trockenmaschine mit endlosem Filz von Pierron u. Dehaitre in Paris, dargestellt, die das Ausbreiten, Dekatieren, Trocknen, Rure und Legen besorgt und sich vorzüglich zur A. wollener, halbwollener und seidener Damenkleiderstoffe eignet. Das Gewebe hat hier zuerst einen Lattenbreithalter zu passieren, durch welchen es ausgestrichen und dem mit Dampf geheizten Kupfercylinder Walkewr. wird, über welchen der durch vier Walzen ausgespannte Filz läuft; durch diesen wird der Stoff fest an die 07 Fläche des Cylinders gedrückt und so verhindert, sich beim Trocknen zusammenzuziehen. Für minder feine Stoffe wird eine Maschine angewendet, die aus zwei versetzt übereinander liegenden Reihen geheizter Cylinder besteht und bei welcher das Gewebe so geführt wird, daß bald die linke, bald die rechte Seite desselben an den Cylindern anliegt. Um von wollenen, baumwollenen und seidenen Geweben den haarigen Flaum zu entfernen, welcher durch die auf der berfläche berdorstcheren Fasern gebildet wird, werden diese Gewebe mit größerer oder geringerer Geschwindigkeit entweder durch Alkohol⸗ oder Gasflammen oder über glüfahren Metallplatten gezogen. Das erstere Verahren wird besonders bei geköperten und gerippten Stoffen angewendet, da nur hierdurch in den —— liegenden Teilen der Fläche die Fasern weggebrannt werden können. Fig.7 stellt die Gassengmaschine von Moritz Jahr in Gera mit einer Batterie von Flammen dar, in welchen, ähnlich wie in den Bunsenschen; ennern, ein Gemisch von Leuchtgas und Luft verbrannt wird, wodurch das Rußen der Flamme vollständig vermieden und ein höherer Heizeffekt erzielti“ Die Plattensengmaschinen wirken durch konvexe der halbeylindrische Kupferplatten, die durch einen unmittelbar unter denselben befindlichen Ofen e hitzt werden. Noch vollständiger als durch das Sengen wird der Haarflaum durch das auch für leinene Gewebe gebräuchliche Scheren beseitigt. Bei Tuchen und tuchartigen Stoffen Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. kommt dieses Verfahren zur Anwendung, um die durch das Rauhen hervorgezogenen Faserenden bis auf eine gleichmäßige Länge abzuschneiden. Die Apparate, denen das ausgespannte Gewebe zu diesem Zwecke vorgelegt wird, funktionieren entweder mittels einer der gewöhnlichen Handschere ähnlichen Vorrichtung, oder indem der Stoff zwischen einem festliegenden Messer und einer Amabl schneidender Kanten geführt wird, die spiralförmig um einen Cylinder mit drehender Bewegung angeordnet sind. Das Dämpfen wird bei wollenen und halbwollenen Zeugen angewendet, um dieselben weicher zu machen, das Eingehen beim Naßwerden zu verhindern oder die durch die vorausgegangenen Manipulationen niedergedrückten 2 erenden aufzurichten. In der Dampfmaschine wird der Stoff, über Leitwalzen gespannt, innerhalb eines Kastens an einer oder mehrern Röhren vorübergeführt, um von dem den zahlreichen offnungen derselben entströmenden Dampfe durchdrungen und beim Austritt über einer geheizten Kupferwalze getrocknet zu werden. Bei der Operation des Stärkens, welche namentlich für die A. der Baumwollgewebe von hoher Bedeutung ist, werden als Klebstoffe Weizen⸗ oder Kartoffelstärke, Leim, Gelatine, Kastanienmehl, Harzseife u. s. w., als Füllstoffe Porzellanerde, Schwerspat, Gips u. s. w. verwendet; zur Erhöhung des Glanzes setzt man der Appreturmasse Wachs, Kolophonium, Ol, Stearin, Gummi, Nehem u. s. w. zu. Das Imprägnieren der Gewebe mit der in Dampfapparaten mit Wasser gekochten Stärkmasse erfolgt in Maschinen, in denen der Stoff, auf eine Walze gewickelt, einen mit dieser Masse gefüllten Trog passiert und sodann zwischen Quetschwalzen ausgepreßt wird. Fig. 8 zeigt die Stärk⸗- oder Appreturmaschine für Seidengewebe von Gebrüder Benninger in Uzwyl (Kanton St. Gallen, Schweiz), die sowohl für leichte als für schwere Seidenwaren Anwendung findet. Das Gewebe hat hier, nachdem es abgewickelt ist, zwei Leit⸗ und Spannwalzen zu passieren, bevor es durch ein mit Stärkmasse getränktes Kissen, resp. Schwamm die A. erhält. Durch den Druck eines Lineals wird dasselbe sodann von der überflüssigen Stärke befreit, um auf einem geheizten Kupfercylinder getrocknet zu werden. Das eigentliche Glätten kann mittels des Kalanders, der Mange oder der Presse bewirkt werden. Der Kalander, der für die meisten Arten von Geweben Anwendung findet, ist gewöhnlich mit Lege⸗ und Spannvorrichtung versehen. Die Druckwalzen desselben, nach deren Anzahl man zwei⸗, drei⸗, fünf⸗ und mehrwellige Kalander unterscheidet, sind teils aus elastischem, teils aus hartem polierten Material hergestellt und derartig angeordnet, daß stets eine harte mit einer elastischen Walze zusammenwirkt. tatt der gebräuchlichen Papierwalzen (glatt aneinander gepreßte Scheiben aus Pergamentpapier oder Pappe, die den Überzu einer schmiedeeisernen oder stählernen Welle bllden werden in neuester Zeit auch Walzen aus zusammenepreßtem Baumwollzeuge, aus Kautschuk oder omprimierten Hobelspänen benutzt. In De 9 ist ein dreiwelliger Kalander von Pierron u. Dehaitre in Paris dargestellt. Der Antrieb erfolgt durch die mittlere Hartgußwalze, die mit den beiden andern mittels Hebelgewichte zusammengepreßt wird. Um dem Gewebe außer der Glätte auch Glanz zu geben, wird die mittlere Walze durch einen Dampf- oder Gasstrom erhitzt, den ein Rohr in das hohle In⸗( nere derselben leitet. Der eigentliche Glanzkalander unterscheidet sich insofern von der gewöhnlichen Konstruktion, als die mittlere geheizte Metallwalze schneller als die übrigen rotiert und, indem sie einem Plätteisen ähnlich über den Stoff hingleitet, gleich diesem durch Reibung wirkt. Durch die i Übereinander laufende Kalandrierung, welche man dadurch erreicht, daß auf die vielfach übereinander laufenden Zeuglagen ein starker Druck ausgeübt wird, entsteht jener eigentümliche wellenartige Schimmer, den man als Moirierung bezeichnet. Baumwollene Gewebe erhalten eine schöne leinwandähnliche A. durch die Behandlung auf dem Stampfkalander, wie ein solcher von Mather u. Platt in Manchester in Fig. 10 abgebildet ist; das auf eine harte hölzerne Walze gewickelte Gewebe ist hier, während sich dieselbe langsam dreht, der Einwirkung einer Reihe hölzerner Stampfen ausgesetzt. Die Mange, deren man sich besonders zur A. der Leinwand sowie mancher Baumwollgewebe bedient, ist in der Art eingerichtet, daß zwischen zwei Rherchwer deren obere den Boden eines mit Steinen beschwerten Kastens bildet, zwei oder drei hölzerne Walzen liegen, auf welche der Stoff gewickelt wird und welche durch die Verschiebung des Kastens auf der untern festgelagerten Platte in rollende Bewegung versetzt werden. Man erkennt hierin das Prinzip der alten Hausmange, von welcher sich die betreffende Maschine in der That nur durch ihre Größe sowie dadurch unterscheidet, daß der Betrieb mittels Dampf⸗ oder Wasserkraft erfolgt. Vorzüglich beliebt ist dieselbe zur Erzeugung aewisser Moiréappreturen, indem durch den enormen Druck die Holzstruktur der Walzen sich in den Stoff einpreßt. Tuche sowie glatte wollene und halbwollene Zeuge werden mit Glanz versehen, indem man sie zwischen hohlen, durch zugeleiteten Dampf im Innern erhitzten Metallplatten dem Drucke einer starken Schraubenpresse oder hydraulischen Presse unterwirft; für Tuche und tuchartige Stoffe ist neuerlich hierfür die Behandlung in der Mulden- oder Walzenpresse (zwischen einem Cylinder und einer mit Dampf geheizten eisernen Mulde) eingetreten. verkehr.