Apsaras ist im Sanskrit der Name göttlicher Weiber von unvergänglicher Jugend und Schönheit, welche als die Frauen der Gandharver, der göttlichen Spielleute, die Zierde von Indras Himmel (Svarga) bilden, zuweilen aber auch auf die Erde gesandt werden, um durch ihre Verführungskünste die von den Göttern gefürchteten Bußübungen frommer Männer zu stören. Als höchstes Ideal weiblichen Reizes kommen sie in der Poesie vielfach vor; die bekannteste A. ist Urvasi, deren Verhältnis zu König Purüravas den Inhalt eines Dramas von Kalidasa (s. d.) bildet. Ayscheron, eine zum russ. Gouvernement Baku in Transkaukasien Han e Halbinsel, mit welcher das Südostende des Kaukasus als mächtiges Vorgebirge unter dem Namen Gjurgany weithin in das Kaspische Meer vorspringt und an deren Südküste Baku (s. d.) liegt. Die Halbinsel ist sehr —— gelegen, eben, steinig und den Winden ausgesetzt, die den Sand vom Meeresufer in das Innere wehen und dort Dünen bilden. Nach der Sage der Perser soll sie sich früher bis zum Vorgebirge Taru, dem entgegengesetzten Ufer des Kaspisees, hingezogen und dasselbe in zwei Hälften geteilt haben. Besonders merkwürdig ist A. durch seine Salsen oder Schlammvulkane, seine mächtigen Erdfeuer und andere pseudo-vulkanische Erscheinungen, in deren Bereich auch die umliegenden Tert gehören. Das Petroleum liegt in den mittlern Tertiärschichten, unterhalb deren sich eine davon ganz durchdrungene Schicht über einer undurchlässigen Thonschicht vorfindet, und aus welcher es infolge von Gasdruck aufsteigt. Die mittlere Temperatur des Bodens ist 12“, die des Petroleums 13—15,7, die der Gasquellen 16,2 R. Das Kleine Ewige Feuer Hin südöstlich, das Große Ewige Feuer über 10 km östlich von Baku, zwischen den Dörfern Sarachani und Emir-Hadschan, an der Stelle Ataschga, d. h. Feuerort, wo die feueranbetenden Parsen oder Gebern einen Tempel gebaut hatten. Hier brennt das von Kohlenwasserstoffgas genährte, ohne Rauch und Geruch aufflammende Feuer in einer unregelmã 60 gestalteten, 38 m langen und über 3 m tiefen Grube, deren Grund mehr felsig als erdig ist; doch brennt es nicht überall gleich hoch, nirgends über 6 m hoch. Über die Mauer des Tempelgebäudes ragten vier steinerne Röhren, aus welchen große Flammen emporstiegen; auf den Mauern selbst —1 sich andere kleinere Röhren. Das Grundgestein wird durch das Feuer nicht morsch, während Kalksteine, welche man zum Brennen ulen bringt, bald mürbe werden und in Stücke zerfallen. Jede Vertiefung, die man im Umkreise von 2 km in die Erde macht, läßt Gas ausströmen, das sich zwar nicht von selbst entzündet, aber, nachdem es angezündet, sortbrennt, bis man die Offnung mit Erde zudeckt. An der Stelle des ehemaligen Tempels liegen jetzt die riesigen Fabrikgebäude der Pehr Kokorew, welche ununterbrochen das rohe Petroleum von A. den unt indem sie die mächtigen Retorten nur mit den unterirdisch austretenden der eizt. Unfern davon steht noch das Kloster der Feueranbeter. Petroleumquellen gibt es auf der Halbinsel 125, welche jährlich 32000 Pfd. farbloses und gegen 10 Mill. Pfd. zähfließendes Erdpech liefern, das in der Umgegend und Aünmnelich in Baku das einzige Brennmaterial abgibt. Das weiße Petroleum kommt nur aus wenigen Brunnen, und diese werden unter Verschluß gehalten und nur einmal monatlich geleert; das schwarze, pechartige wird aus zahlreichen Brunnen täglich geschöpft. Die Schlammvulkane oder „Wachsenden Berge v liegen an der Straße von Baku nach Nawagi in einer Ausdehnung von etwa 15 km. Auch das ganze dreieckige Gebiet zwischen Baku, Schemacha und Saljam an der Kura gehört zu dem weiten Revier der südöstl. Schlammvulkane des Kaukasus, denen ein anderes am äußersten Nordwestende des Gebirgs, auf der Halbinsel Taman, entspricht. In neuester Zeit hat Abich jenes Revier —4 un⸗ — Unter den benachbarten Inseln ist Swinoi-Ostrow oder die Schweininsel Hn ganz mit Petroleumquellen und Schlammyulkanen bedeckt, und die Insel Tschelekin hat, außer bedeutenden Steinsalzlagern, 3500 Petroleumbrunnen. Im J. 1872 hat die russ. Regierung die Steinölquellen auf A., welche kaum ein Viertel des petroleumführenden Terrains am Kaukasus 3, anrdeme verkauft. Der sog. Apscheronsche Berg, auf dem ein Leuchtturm erbaut ist, erhebt sich 80 m über das Meer unter 40 24 nördl. Br. und 67 59 östl. L.