April (im Mittelhochdeutschen abrille, abrelle mit schwacher Form; wie das 5„ 33 avril von der lat. Wortform aprilis entlehnt), nach dem Aener nischen der vierte, nach dem alten röm. Kalender ingegen der zweite Monat im Jahre, hat, wie chon von den Alten angenommen wurde, seinen Namen von dem lat. Zeitworte aperire, erb fnen, weil mit dem zweiten Monate in Italien das Frühjahr begann. Bei den Angelsachsen hieß der A. eastermonadh, d. i. Ostermonat. Auch Karl d. Gr. wollte für denselben die deutsche Benennung O st ermonat eingeführt wissen. Andere (Eschenburg) haben in neuerer Zeit dafür Wandelmonat oder Wandelmond gebraucht. Die Holländer nennen den A. Grasmonat. Der A. hat jetzt 30 Tage, woegen er bis Julius Cäsar deren nur 29 hatte. ährend der ersten zwei Drittel des A. steht die Sonne im Zeichen des Widders, während des letzten Drittels in dem des Stiers. ů über den Ursprung der noch jetzt vielfach in Deutschland und auch anderwärts (in Frankreich, England und Schottland) am 1. April üblichen Sitte des Aprilschickens 66 den A. schicken) und des Foppens der sog. Aprilnarren (frz. poisson d'avril, d. i. Aprilfisch; engl. april-fool, schott. gowk, d. i. Kuckuch sind verschiedene Meinungen aufgestellt worden. Gewöhnlich wurde der Brauch bisher als eine Nachahmung des Hin⸗ und Herschickens Christi von Hannas zu Kaiphas, von Pilatus zu Herodes angesehen, weil im Mittelalter am Osterfeste, welches meistenteils in den A. fällt, au diese Scene bei den Passionsspielen aufgeführt wurde. Andere eür d darin eine Andeutung auf die Veränderlicheit des Aprilwetters finden wollen. Der ganze Brauch ist jedoch dem deutschen Altertum unbekannt und scheint, wie Grimm annimmt, erst in den letzten Jahrhunderten von Frankreich her zugeführt worden zu 9— Obgleich der Ursprung desselben auch dort nicht aufgeklärt ist, so spricht doch manches dafür, daß er der Rest eines alten heidnischen, vielleicht altkelt. Festes ist, welches mit dem Beginn des Frühlings im Zusammenhange stand. Für den Landwirt und Gärkner ist der A. einer der beschäftigungsreichsten Monate. Er bringt für dieselben in Mitteleuropa, besonders in Deutschland, mit sich: Düngen, Walzen der Wintersaaten, Reinigen der Furchen und Gräben, die Saat von Sommerweizen, Bohnen, Wicken, Erbsen, Linsen, Möhren, Runkelrüben, Kartoffeln, Hafer, Gerste, Klee, Karden, Mohn u. s. w. Die Wiesenberieselung beginnt, ebenso die Verpflanzung und Reinigung der Bäume. Im Küchengarten werden gesäet: Majoran, bohchel, Thymian Salat, Petersilie, Kresse, Frühboh nen, Erbsen, Möhren, Zwiebeln u. s. w.; verpflanzt wird Lauch, Kopfsalat, Endivien u. s. w. Im A. fängt zugleich mit der Baumblüte das erfolgreiche Eintragen der Bienen an. Die wichtige Rolle, welche der A. im ökonomischen Leben spielt, spricht sich in zahlreichen Sprichwörtern oder sog. Bauernregeln aus. Wegen der öftern Veränderungen, welche das Wetter während des A. zu erfahren pflegt, nennt man im gewöhnlichen Leben eine veränderliche Witterung Aprilwetter und ebendeshalb auch bildlich dies chnell sich ändernden Wünsche und Einfälle eines Menschen Aprillaunen.